Vestas mit starkem zweiten Quartal: Gewinn steigt kräftig – Aktienrückkauf über 400 Millionen Euro - Aktie klettert
© VestasAarhus – Vestas hat die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Das Unternehmen hat weiter an Profitabilität gewonnen und den Jahresausblick angehoben. Getragen wird diese Entwicklung vom Segment Power Solutions, während der Auftragseingang parallel deutlich zulegte. Der Vestas-Vorstand kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Der Kurs der Vestas-Aktie legt heute Vormittag kräftig zu.
Die Hersteller von Windkraftanlagen sahen sich in den vergangenen Jahren mit der Herausforderung hoher Rohstoff- und Logistikkosten sowie mit einem scharfen Preiswettbewerb konfrontiert. Das Beratungsunternehmen Wood Mackenzie stufte die Entwicklung als einen „Perfect Storm“ für die Hersteller ein, der westlichen Anlagenherstellern branchenweit Milliardenverluste einbrachte. Zuletzt meldete neben Vestas auch Mitbewerber Nordex eine deutliche Verbesserung seiner Profitabilität.
Umsatz und Marge legen deutlich zu
Vestas hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 4,723 Milliarden Euro erzielt, was gegenüber dem Vorjahresquartal einem Plus von 26,1 Prozent entspricht. Das EBIT vor Sondereffekten stieg auf 446 Millionen Euro (Q2 2025: 57 Mio. Euro), die EBIT-Marge vor Sondereffekten kletterte auf 9,4 Prozent, gegenüber 1,5 Prozent im Vorjahresquartal. Der bereinigte freie Cashflow drehte auf plus 94 Millionen Euro, nach minus 227 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Deutlich verbessert zeigte sich der Auftragseingang bei festen Windturbinenaufträgen, der um 67 Prozent auf 3.349 MW zulegte. Der Windturbinen-Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni 2026 einen Wert von 36,0 Milliarden Euro. Inklusive Serviceverträgen mit einem erwarteten künftigen Umsatz von 40,9 Milliarden Euro summierte sich der kombinierte Auftragsbestand auf 76,9 Milliarden Euro – ein Plus von 9,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Auf der Grundlage der positiven Entwicklung hat Vestas den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 angehoben: Die EBIT-Marge vor Sondereffekten wird nun zwischen 7 und 9 Prozent erwartet, nach zuvor 6 bis 8 Prozent. Der Umsatz soll unverändert zwischen 20 und 22 Milliarden Euro liegen, die Gesamtinvestitionen werden weiterhin auf rund 1,2 Milliarden Euro veranschlagt.
„Basierend auf unserer Leistung im zweiten Quartal und der Sichtbarkeit zum Jahresende heben wir den Ausblick 2026 für die Profitabilität an und geben durch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 400 Mio. Euro, das bis Ende des Kalenderjahres läuft, weiter Kapital an die Aktionäre zurück. Die Nachfrage nach Windenergielösungen bleibt stark aufgrund des wachsenden Bedarfs an sicherer, bezahlbarer und nachhaltiger Energie“, so Vestas Group President & CEO Henrik Andersen.
Neues Aktienrückkaufprogramm über 400 Millionen Euro
Grundlage des neu beschlossenen Aktienrückkaufprogramms über bis zu 3 Milliarden dänischen Kronen (rd. 400 Mio. Euro) ist die Ermächtigung der Hauptversammlung vom April 2026, die einen Rückkauf eigener Aktien bis zu einem Nennwert von maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Ermächtigung bestehenden Aktienkapitals erlaubt. Das Programm läuft vom 13. August bis spätestens zum 16. Dezember 2026 und wird gemäß der europäischen Marktmissbrauchsverordnung (MAR) sowie der zugehörigen Safe-Harbour-Regelung durchgeführt. Nach Angaben von Vestas dient der Rückkauf der Anpassung der Kapitalstruktur sowie der Erfüllung von Verpflichtungen aus den aktienbasierten Vergütungsprogrammen des Konzerns.
Vestas-Aktie springt an der Börse Stuttgart um fast 20 Prozent
An der Börse Stuttgart legte die im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelistete Vestas-Aktie am heutigen Vormittag (12. August 2026) um 19,27 Prozent auf 28,04 Euro zu (Stand: 12:02 Uhr). Mit einem Tageshoch von 28,11 Euro erreichte die Aktie heute zudem ein neues Jahreshoch; das bisherige Jahrestief hatte die Aktie bei 20,27 Euro am 19. März 2026 markiert.
© IWR, 2026
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