Nordex mit kräftigem Ergebnissprung im dritten Quartal 2026 - Jahresprognose angehoben - Aktie legt zu
© Nordex SEHamburg - Der Windenergieanlagenhersteller Nordex hat sein EBITDA im dritten Quartal 2026 mehr als verdoppelt und seine Jahresprognose für die EBITDA-Marge deutlich angehoben. Die Aktie legt zu.
Bei den europäischen Windenergieanlagenherstellern zeichnet sich eine Verbesserung der Profitabilität ab. Neben Nordex hat auch der dänische Wettbewerber Vestas seine Ergebnisprognose für 2026 angehoben. Gleichzeitig wächst der europäische Windenergiemarkt, für den der Branchenverband WindEurope auch mittelfristig einen weiteren Ausbau erwartet.
Nordex steigert EBITDA um 104 Prozent - Umsatz wächst um 28 Prozent
Nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen steigerte Nordex sein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im dritten Quartal 2026 um rund 104 Prozent auf 278 Mio. Euro. Im Vorjahresquartal waren es 136 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 28 Prozent von 1,71 auf 2,19 Mrd. Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 8,0 auf 12,7 Prozent. Das Ergebnis legte damit deutlich stärker zu als der Umsatz.
Nach Angaben von Nordex trugen höhere Margen im Servicegeschäft und eine starke Projektabwicklung zur Ergebnisverbesserung bei. Zudem fielen die im Projektgeschäft berücksichtigten Risiken nach Unternehmensangaben geringer aus als ursprünglich erwartet. Bereits im zweiten Quartal war die EBITDA-Marge von 5,8 auf 10,3 Prozent gestiegen.
Auch der Auftragseingang entwickelte sich positiv: Im dritten Quartal verbuchte Nordex neue Projektaufträge über 2.810 MW, ein Plus von 29,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Jahresprognose angehoben - freier Cashflow steigt kräftig
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Nordex nun eine EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5 Prozent statt bisher 8,0 bis 11,0 Prozent. Die Umsatzprognose bleibt dagegen mit 8,2 bis 9,0 Mrd. Euro unverändert.
Der freie Cashflow erreichte im dritten Quartal 379 Mio. Euro nach 149 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Die liquiden Mittel erhöhten sich gegenüber Ende 2025 von 1,93 auf 2,33 Mrd. Euro. Auch für das Schlussquartal erwartet Nordex einen positiven freien Cashflow. Die vollständigen Quartalszahlen sollen am 5. November 2026 veröffentlicht werden.
Nordex-Aktie legt kräftig zu - Jahresplus von 33,9 Prozent
Die im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelistete Nordex-Aktie stieg am 16. Oktober 2026 zunächst auf 39,98 Euro. Im weiteren Handelsverlauf gab sie einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Um 13:50 Uhr notierte die Aktie an der Börse Stuttgart bei 39,08 Euro, ein Plus von 4,16 Prozent. Gegenüber dem Schlusskurs vom 30. Dezember 2025 (29,18 Euro) lag die Aktie damit 33,9 Prozent im Plus. Vom Jahreshoch bei 51,20 Euro am 27. April 2026 ist die Aktie allerdings noch rund 23,7 Prozent entfernt.
Nordex und Vestas steigern Profitabilität - WindEurope erwartet weiteren Marktausbau
Beim ebenfalls im RENIXX World gelisteten Nordex-Wettbewerber Vestas stieg die EBIT-Marge vor Sondereffekten im zweiten Quartal 2026 von 1,5 auf 9,4 Prozent. Der dänische Hersteller hob seine Jahresprognose für diese Marge im August von 6 bis 8 auf 7 bis 9 Prozent an. Die EBIT-Marge von Vestas ist nicht direkt mit der EBITDA-Marge von Nordex vergleichbar.
Europa zählt für beide international tätigen Hersteller zu den wichtigen Absatzmärkten. Nach Angaben von WindEurope wurden im ersten Halbjahr 2026 europaweit 8,8 GW Windenergieleistung neu installiert, darunter 6,5 GW an Land. Der Gesamtzubau lag rund 30 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für 2026 erwartet WindEurope rund 24 GW. Die festen Turbinenbestellungen gingen dagegen um 12 Prozent auf 10,6 GW zurück.
Mittelfristig erwartet WindEurope für Europa zwischen 2026 und 2030 einen Zubau von insgesamt 148 GW Windenergieleistung. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Zubau von knapp 30 GW und liegt damit rund 55 Prozent über dem Zubau des Jahres 2025. Die Prognose umfasst Onshore- und Offshore-Anlagen. Für Windturbinenhersteller wie Nordex und Vestas eröffnet der erwartete Marktausbau zusätzliche Absatzperspektiven, deren Umfang auch von ihrer Wettbewerbsposition in den einzelnen Märkten abhängt.
© IWR, 2026
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