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Bauzeit von Offshore-Windpark drastisch verkürzt

Hamburg/München - Vattenfall und die Stadtwerke München (SWM) wenden gemeinsam mit Siemens ein optimiertes Konzept für die Errichtung und die Inbetriebnahme von Offshore-Windenergieanlagen an. Die erwartete Zeiteinsparung ist beeindruckend.

Die Installation der 72 Windenergieanlagen des Offshore-Windparks Sandbank in der Nordsee von Vattenfall und SWM erfolgt deutlich schneller als ursprünglich geplant. Der Zeitraum vom Aufstellen der ersten Windenergieanlage bis zur vollständigen Inbetriebnahme der letzten Windenergieanlage dauert voraussichtlich 89 Tage weniger, das entspricht einer Verkürzung um 23 Prozent.

Spezielles Hotel- und Transferschiff, sicherer Übergang zu den Anlagen und 24-Stunden-Betrieb
Möglich wird diese Zeitersparnis unter anderem durch den Einsatz eines modifizierten Schiffstyps, der die Unterbringung und den Transfer der Bauteams zu den Windenergieanlagen in sich vereint. Dieses kombinierte Hotel- und Transferschiff verfügt über ein spezielles Gangway-System, von dem aus die Inbetriebnahme-Teams direkt auf die Windturbinen übersteigen können. Das System gleicht zudem die durch Wellen verursachten Schiffsbewegungen derart aus, dass die Überstiege wesentlich sicherer sind und auch bei Wellenhöhen von bis zu 2,5 Meter erfolgen können. Hierdurch sind fortan Arbeiten an den Offshore-Windturbinen unter Wetterbedingungen möglich, bei denen die Teams bislang wegen „Schlechtwetter“ pausieren mussten, insbesondere im Herbst und im Winter. Das neue Konzept sieht zudem vor, dass im 24-Stunden-Betrieb gearbeitet werden kann. Mit dem Baustart der Windenergieanlagen für den insgesamt 288 Megawatt (MW) großen Offshore-Windpark Sandbank kommt dieses Konzept ab August 2016 erstmals planmäßig in der deutschen Nordsee zum Einsatz.

Rasante technische Entwicklung in der Offshore-Windindustrie

Hierzu Gunnar Groebler, Chef des Geschäftsbereichs Wind bei Vattenfall: „Der Bau von Offshore-Windparks hat seit Beginn dieses jungen Industriezweigs in nur wenigen Jahren eine rasante technische Entwicklung durchlaufen. Diese setzt sich jetzt stetig weiter fort, auch im Bereich des Betriebs und der Wartung der Windkraftwerke auf See. Ich bin sicher, dass sich dies positiv auf die Kosten und damit die Wettbewerbsfähigkeit vor allem zukünftiger Offshore-Projekte auswirken wird. Denn wir brauchen echten Wettbewerb, um weitere Kostensenkungen zu erzielen – auch um damit letztlich die Akzeptanz für diese Technologie langfristig zu sichern.“

Logistik macht einen großen Schritt
Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung: „Bestrebungen, Windparks schneller und günstiger in die Betriebsphase heben zu können, gibt es seit langem. Viele kleine Verbesserungen in diese Richtung hat die Branche bereits realisiert. Nun aber macht die Logistik einen großen Schritt. Längere Arbeitsphasen, die wetterunabhängig sind und nicht durch Transfers unterbrochen werden müssen, sind ein enormer Vorteil. Wir freuen uns, Fortschritte wie diesen gemeinsam mit unseren Partnern aktiv voranzutreiben, um damit die Offshore-Windkraft voranzubringen – als Industriezweig wie auch als verlässliches Standbein einer sicheren Energieversorgung.“

Offshore-Projekt Sandbank: Umspannwerk und Anlagen-Fundamente stehen bereits
Im April erfolgte die Installation des Offshore-Umspannwerks auf der Sandbank-Seebaustelle 90 Kilometer vor Sylt. Zudem sind die Arbeiten an der Innerparkverkabelung in vollem Gange, ebenso die Produktion der Maschinenhäuser, Naben und Rotorblätter für die Windenergieanlagen. Mitte Februar 2016 wurde die Installation aller 72 Fundamente für die Siemens-Windräder mit je vier MW Leistung abgeschlossen. Das Investitionsvolumen für den Offshore-Windpark Sandbank beläuft sich auf rund 1,2 Milliarden Euro. An der für die Umsetzung des Projekts gegründeten Sandbank Offshore Wind GmbH hält Vattenfall 51 Prozent, die SWM halten 49 Prozent der Anteile.

© IWR, 2016

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