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Vattenfall Offshore Testfeld in Rekordzeit errichtet

© Vattenfall© VattenfallStockholm/Aberdeen – Der Energiekonzern Vattenfall baut vor der schottischen Küste eine Offshore Test- und Demonstrationsanlage, um neue Technologien für die Offshore-Windenergie zu entwickeln und zu testen. Der Fortschritt bei den Errichtungsarbeiten scheint rekordverdächtig.

Nur rund neun Wochen nach Beginn der Gründungsarbeiten wurde im European Offshore Wind Deployment Centre (EOWDC) von Vattenfall in der Bucht von Aberdeen jetzt bereits die letzte Windenergieanlage installiert. Insbesondere bei den Gründungsarbeiten konnte das Errichtungsteam mit Rekordzeiten punkten.

11 der derzeit größten MHI Vestas Anlagen wurden errichtet
Am vergangenen Samstag (26. Mai 2018) wurde am Vattenfall Teststandort des European Offshore Wind Deployment Centre (EOWDC) in der Bucht von Aberdeen im Offshore-Windpark Aberdeen Bay die letzte von insgesamt 11 MHI Vestas Windenergieanlagen (WEA) der neuen Baureihe errichtet. Neun WEA weisen eine Leistung von 8,4 Megawatt (MW) auf. Zwei Anlagen sind durch weitere interne Leistungsmodi so optimiert worden, dass ihre Kapazität auf 8,8 MW gesteigert werden konnte. Insgesamt verfügt der Windpark über eine Leistung von 92,4 MW.

Suction Buckets in Rekordzeit installiert
Neben den bislang leistungsstärksten kommerziell genutzten Windenergieanlagen, die zum Einsatz kommen, zeichnet sich das EOWDC-Projekt durch seine innovative Gründung aus. Mit Hilfe der so genannten „Suction-Bucket“-Technologie wurden die Fundamente geräuscharm im Meeresboden verankert, und das in Rekordzeit. Die schnellste Gründungsinstallation wurde nach Angaben von Vattenfall in 2 Std. und 40 Minuten umgesetzt.

Die Jacket-Fundamente inklusive der „Saugeimer“ sind jeweils bis zu 80 Meter hoch und bis zu 1.800 Tonnen schwer. Das Prinzip der "Suction Bucket"-Technik stammt aus der Öl- und Gasindustrie, wurde aber auch bereits an einigen Offshore-Windenergieanlagen realisiert. Vattenfall hat diese Art der Gründung jetzt erstmals für einen kompletten Offshore-Windpark im kommerziellen Maßstab eingesetzt. Das besondere an der Gründungsart sind die Jacket-Fundamente, die auf bis zu 13 Meter hohen nach unten offenen Stahlzylindern stehen. Diese werden zunächst auf dem Meeresboden (in Wassertiefen von 19 bis 32 Meter) abgestellt. Anschließend wird das Wasser aus den Zylindern herausgepumpt. Durch das Gewicht der Fundamente und den Wasserdruck „saugen“ sich die Fundamente dann im Meeresboden fest.

Stromerzeugung startet im Spätsommer
Adam Ezzamel, EOWDC-Projektleiter bei Vattenfall, sagte: "Dies ist eine großartige Offshore-Engineering-Leistung für ein Projekt, das branchenführende Technologien und innovative Ansätze für das Design und die Konstruktion umfasst. Während der gesamten Bauphase haben das Projektteam und unsere Auftragnehmer eine Reihe von Herausforderungen angetroffen, sie angegangen und gelöst. Die Errichtung der letzten Windenergieanlage ist ein bedeutender Meilenstein, und mit der Fertigstellung der Array-Kabelinstallation kommen wir nun in die finale Inbetriebnahmephase des Windparks, bevor dann später in diesem Sommer der erste Strom erzeugt werden soll.“


© IWR, 2018


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30.05.2018