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IG Metall erwartet weiteren Stellenabbau in der Windbranche

© Fotolia© FotoliaMünster - Die Windbranche in Deutschland gerät zunehmend unter Druck. Als "extrem angespannt" bezeichnet die IG Metall Küste die Stimmung bei den Beschäftigten der deutschen Windindustrie. Mehr als 2000 Arbeitsplätze sind bereits im Norden weggefallen, Tendenz weiter steigend.

Die Gewerkschaft IG Metall Küste hat eine Umfrage unter den Betriebsräten der Windbranche durchgeführt. Danach sind die Auswirkungen für die Beschäftigten durch die neu eingeführten Ausschreibungen "dramatisch".

Auftragsentwicklung in der Windbranche rückläufig
Die IG Metall Küste hat durch die Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS) aus Bremen eine Befragung durchgeführt. Danach erwarten 65 Prozent der Betriebsräte eine negative Marktentwicklung. Das ist der schlechteste Wert seit Beginn der Befragungen vor vier Jahren, teilte die IG Metall Küste mit. Zwar sei die durchschnittliche Auslastung der Betriebe mit 86 Prozent derzeit noch zufriedenstellend, aber die Auftragsentwicklung geht für die folgenden Jahre außer im Bereich Service und Wartung deutlich zurück, so das Ergebnis der Analyse.

Job-Kahlschlag in der Windbranche durch Ausschreibungen befürchtet
"Die Auswirkungen auf die Beschäftigten sind dramatisch. Sie spüren den Kostendruck durch die neu eingeführten Ausschreibungen. Durch den Kahlschlag in einigen Unternehmen verliert die Branche wichtiges Know-how und damit ihren Vorteil im internationalen Wettbewerb", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Seit Anfang vergangenen Jahres sind bereits mehr als 2.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Unternehmen haben Werke wie Senvion in Husum, Powerblades in Bremerhaven oder Carbon Rotec in Lemwerder geschlossen. Laut der Befragung wird sich diese Tendenz fortsetzen. Bis Ende des Jahres erwarten die Betriebsräte in fast 40 Prozent der Unternehmen einen Personalabbau.

IG Metall: Altmaier blockiert Sonderausschreibungen für Wind und Solar
IG Metall-Bezirksleiter Geiken fordert die Bundesregierung zu einem stärkeren und schnelleren Ausbau der Windenergie an Land und auf See auf. "Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier darf sich nicht länger gegen die im Koalitionsvertrag angekündigten Sonderausschreibungen von vier Gigawatt für Wind sowie den bisher nicht näher spezifizierten "Offshore-Windenergiebeitrag" sperren", so der Gewerkschafter. "Dadurch gefährdet er weitere Investitionen, Standorte und Arbeitsplätze in der Zukunftsbranche Wind.“ Die norddeutschen Bundesländer forderte Geiken auf, im Interesse des Klimas, der Industrie und der Beschäftigten auf eine zügige Umsetzung des Koalitionsvertrages zu drängen.

© IWR, 2018


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13.07.2018