Mehr Nachhaltigkeit und Effizienz im Fokus: ISFH erhält 6 Mio. Euro EFRE-Mittel für PV- und Wärmepumpen-Forschung
Hannover/Emmerthal - Innovative Energietechnologien sind ein Schlüssel zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit und zur Versorgungssicherheit. Niedersachsen investiert jetzt gezielt in die Forschung für Photovoltaikmodule und Wärmepumpensysteme. Ein neues Projekt am Institut für Solarenergieforschung Hameln/Emmerthal setzt damit wichtige Impulse für die Energiewende.
Mit rund sechs Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wird das ISFH seine Forschungsinfrastruktur erweitern. Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude für industrienahe Prüf- und Entwicklungsumgebungen. Ziel ist die Weiterentwicklung nachhaltiger Photovoltaikmodule und hocheffizienter Wärmepumpen, die mit weniger kritischen Rohstoffen auskommen und stärker in Europa produziert werden können.
Neue Forschungsinfrastruktur für Photovoltaik und Wärmepumpen
Das Institut für Solarenergieforschung Hameln/Emmerthal (ISFH) erhält rund sechs Millionen Euro EFRE-Förderung für den Ausbau seiner Forschungsinfrastruktur. Den Förderbescheid überreichte Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs. Ziel des Projekts „Integrierte Solare Systemtechnik – Erweiterung der Forschungsinfrastruktur“ ist es, Forschung und Entwicklung in den Bereichen Photovoltaik und Wärmepumpentechnologie auszubauen.
Kern des Vorhabens ist der Neubau eines zweigeschossigen Forschungsgebäudes mit etwa 1.300 Quadratmetern Forschungsfläche am Standort Emmerthal. Die neue Infrastruktur ergänzt bestehende Einrichtungen wie die Halle für Integrierte Solare Systemtechnik sowie den Forschungsbau SolarTeC. Geplant sind zusätzliche Labor- und Prüfstände, die insbesondere industrienahe Entwicklungs- und Testumgebungen ermöglichen sollen.
Mohrs ordnete die Förderung in einen größeren energiepolitischen Kontext ein. „Die aktuelle geopolitische Lage macht es einmal mehr offensichtlich: Energiesouveränität ist kein abstraktes Ziel, sondern Voraussetzung für Stabilität und Sicherheit“, erklärte der Minister. Mit dem Ausbau der Infrastruktur werde Forschung gestärkt, „die für eine robuste und unabhängige Energieversorgung unverzichtbar ist“.
Forschung für ressourcenschonende Solarmodule und effiziente Wärmesysteme
Mit der Erweiterung fokussiert das ISFH zwei zentrale Technologiefelder der Energiewende: nachhaltige Photovoltaikmodule und leistungsfähige Wärmepumpensysteme. Dabei sollen sowohl neue Material- und Produktionskonzepte als auch Systemintegration untersucht werden.
Im Photovoltaikbereich arbeitet das Institut an materialeffizienten Modulkonzepten für Einfach- und Tandemsolarzellen sowie an alternativen Kontaktierungstechnologien ohne Silber. Darüber hinaus stehen Verfahren zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Glas-Glas-Modulen im Fokus. Ziel ist es, den Einsatz kritischer Rohstoffe zu reduzieren und gleichzeitig industrielle Fertigungsprozesse in Europa zu stärken.
Auch im Wärmepumpensektor sollen neue Prüf- und Entwicklungsumgebungen entstehen. Die Forschung konzentriert sich dabei auf Effizienzsteigerungen, klimafreundliche Kältemittel und die Integration der Systeme in sektorübergreifende Energiesysteme.
Projektleiter Raphael Niepelt verweist auf die zentrale Rolle des Wärmesektors für die Energiewende: „Mehr als die Hälfte unserer Energie nutzen wir für die Erzeugung von Wärme. Für eine erfolgreiche Energiewende müssen wir Stromerzeugung und Wärmeversorgung gemeinsam betrachten.“ In der neuen Forschungshalle könnten Photovoltaik, Wärmepumpen und digitale Steuerungssysteme gemeinsam untersucht werden, um ihre Wechselwirkungen systematisch zu analysieren.
Nach Angaben des ISFH soll die zusätzliche Infrastruktur insbesondere industrienahe Entwicklungs- und Prüfdienstleistungen stärken. „Dank der zusätzlichen Forschungsfläche können wir unsere industrienahen Entwicklungs- und Prüfdienstleistungen für nachhaltige Photovoltaikmodule und effiziente Wärmepumpensysteme ausbauen“, erklärte Institutsleiter Rolf Brendel.
Impuls für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Niedersachsen
Auch für den Innovationsstandort Niedersachsen wird ein wirtschaftlicher Effekt erwartet. Die neuen Forschungsflächen sollen Unternehmen Zugang zu unabhängigen Test- und Entwicklungsplattformen bieten und damit die technologische Wettbewerbsfähigkeit stärken. Arbeitsgruppenleiter Henning Schulte-Huxel betont: „Die zusätzlichen Forschungsflächen ermöglichen uns, großformatige PV-Module und leistungsstarke Wärmepumpen unter realitätsnahen Bedingungen zu entwickeln und zu prüfen.“
Mit dem Projekt leistet das Institut zudem einen Beitrag zur niedersächsischen Innovationsstrategie im Bereich Energietechnologien, Produktionstechnik und neue Materialien.
© IWR, 2026
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