Nordseecluster B von RWE: BSH genehmigt weitere Offshore-Windparks in der Nordsee
Hamburg – Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland schreitet weiter voran. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat die Plangenehmigungen für zwei weitere Offshore-Windparks (NC 3 und NC 4) erteilt.
Der Energieversorger RWE plant mit dem Nordseecluster A und B ein großes Offshore-Windprojekt mit insgesamt 1,6 GW in der Nordsee. Mit der Genehmigung des Nordseeclusters B (900 MW) ist ein weiterer Meilenstein erreicht.
BSH erteilt Genehmigung für Nordseecluster B von RWE
Die Genehmigungen für die Windparks N-3.5 (NC 3) und N-3.6 (NC 4) wurden heute an die Nordseecluster B GmbH & Co. KG, eine Projektgesellschaft des RWE-Konzerns, übergeben.
Die beiden Windparks sollen nördlich der ostfriesischen Inseln auf einer Fläche von 62 Quadratkilometern insgesamt 60 Windenergieanlagen des Vestas-Flaggschiffs V236-15.0 mit jeweils 15 Megawatt errichten. Auf NC 3 entfallen 28 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 420 Megawatt, auf NC 4 32 Anlagen mit 480 Megawatt. Die Standorte liegen rund 46 Kilometer von der Insel Borkum und etwa 34 Kilometer von Norderney entfernt.
BSH-Präsident Helge Heegewaldt betonte: „Angesichts massiv steigender Preise für Energieimporte und geopolitischer Spannungen wird die Energiewende dringlicher denn je. Offshore-Windenergie stärkt Deutschlands Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und trägt maßgeblich zum Klimaschutz bei.“
Dank eines beschleunigten Zulassungsverfahrens auf Grundlage der EU-Notfallverordnung konnte die Genehmigung schneller erfolgen.
Einsatz von 15 MW-Turbinen von Vestas
Die Anlagen werden auf Monopilefundamenten in Wassertiefen von 27 bis 33 Metern installiert. Mit einem Rotordurchmesser von 236 Metern und einer Gesamthöhe bis zur Rotorblattspitze von 263 Metern zählen sie zu den größten Offshore-Anlagen der Welt. Der erzeugte Strom soll über die Konverterplattform DolWin Delta und das Netzanbindungssystem NOR 3 2 ins deutsche Netz eingespeist werden.
Der Baustart ist für das Frühjahr 2027 geplant, die ersten Anlagen sollen ab dem dritten Quartal 2028 in Betrieb gehen. Das Projekt wird gemeinschaftlich von RWE (51 %) und der Norges Bank Investment Management (49 %) realisiert, wobei RWE für Bau und Betrieb während des gesamten Lebenszyklus verantwortlich ist.
Über die Offshore-Windenergie in Deutschland
Mit der offiziellen Inbetriebnahme von drei Offshore-Windkraftanlagen in den Windparks He Dreiht und Borkum Riffgrund 3 hat Deutschland die Marke von 10.000 Megawatt (MW) installierter Offshore-Windkraftleistung im Jahr 2026 überschritten.
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Offshore-Windkraftkapazität bis 2030 auf mindestens 30.000 MW auszubauen. Damit soll ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der nationalen Klimaziele geleistet werden, insbesondere zur Reduzierung der CO₂-Emissionen im Stromsektor und zur Erhöhung der Versorgungssicherheit. Der Ausbau der Offshore-Windenergie ist ein zentraler Bestandteil des Programms zur Energiewende, das auf erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Unabhängigkeit von fossilen Importen setzt.
© IWR, 2026
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