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Energiekrise und Marktvolatilität treiben langfristige Lieferverträge: Good Energy sichert sich größten PPA der Firmengeschichte bei Ørsted

Chippenham – Auch wenn der internationale PPA-Markt insgesamt zuletzt geschrumpft ist, sorgen die anhaltende Energiekrise und globale Marktvolatilität dafür, dass Good Energy weiter auf langfristige, große Stromlieferverträge (PPA) setzt, um sich Versorgungssicherheit zu verschaffen. Der britische Ökostromanbieter und der dänische Offshore-Windkonzern Ørsted haben ihre Lieferbeziehung vor diesem Hintergrund deutlich ausgeweitet.

Good Energy hat nach eigenen Angaben die größte Liefervereinbarung seiner rund 26-jährigen Unternehmensgeschichte mit Ørsted unterzeichnet. Der neue Vertrag baut auf einer seit 2023 bestehenden Partnerschaft auf und erweitert das jährliche Bezugsvolumen des Versorgers spürbar. Good Energy begründet den Schritt mit der wachsenden Nachfrage nach heimischer erneuerbarer Energie – sowohl von Privathaushalten als auch von energieintensiven Großkunden wie Rechenzentren.

Vertragsdetails: Offshore-Windstrom aus der Irischen See
Die auf zwei Jahre angelegte Vereinbarung läuft von Oktober 2026 bis Oktober 2028. In dieser Zeit bezieht Good Energy jährlich 200 GWh Strom aus den britischen Offshore-Windparks Walney 1 und Walney 2 vor der Küste Cumbrias – nach Unternehmensangaben rund ein Sechstel der Erzeugung beider Anlagen. Über die gesamte Vertragslaufzeit summiert sich das Volumen auf 400 GWh, was laut Good Energy rechnerisch dem Jahresverbrauch von mehr als 74.000 britischen Haushalten entspricht. Der Vertrag folgt auf eine 2023 geschlossene Vereinbarung über jährlich 110 GWh aus dem Offshore-Windpark Hornsea 1.

Strategie: Wachstum durch größere Lieferverträge
Good Energy stützt sein Geschäftsmodell traditionell auf den Bezug von Strom aus mehr als 3.300 unabhängigen britischen Erzeugern. Mit dem Ørsted-Vertrag ergänzt das Unternehmen dieses dezentrale Modell um größere, langfristige Lieferverträge, um die Versorgungssicherheit für sein wachsendes Kundenportfolio zu erhöhen – darunter auch Großabnehmer mit hohem, konstantem Strombedarf. Im April hatte Good Energy bereits eine Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrumsbetreiber Stellium Datacenters angekündigt, einem der größten neu gebauten Rechenzentrumscampus Großbritanniens nahe Newcastle. Dessen Emissionen sollen um 75 Prozent gesenkt und der Verbrauch direkt an unabhängige britische Ökostromerzeuger gekoppelt werden.

Fran Woodward, Managing Director Supply bei Good Energy, erklärte zum Ørsted-Deal: „Diese Vereinbarung mit Ørsted ist ein wichtiger Meilenstein für Good Energy und markiert das größte Energielieferabkommen, das wir je unterzeichnet haben. Noch wichtiger: Sie steht für einen deutlichen Sprung im Umfang unserer Versorgung – zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach heimisch erzeugter erneuerbarer Energie durch eine anhaltende Energiekrise und zunehmende globale Instabilität beschleunigt wird." Der Vertrag solle zudem Unternehmen unterstützen, die im Zuge der Energiewende nach mehr Planungssicherheit auf volatilen Energiemärkten suchten.

Joseph Conlan, Head of Origination bei Ørsted, sagte: „Wir schätzen die enge Zusammenarbeit mit Good Energy, und dieser PPA spiegelt den gemeinsamen Erfolg wider, den wir mit früheren Lieferverträgen erzielt haben." Man wolle die Beziehung angesichts der Expansionspläne von Good Energy weiterentwickeln und dessen Wachstum parallel zur eigenen Portfolioentwicklung begleiten.

PPA-Märkte unter Druck
Der Vertragsabschluss fällt in eine Phase, in der der internationale PPA-Markt insgesamt schrumpft. Weltweit sanken die Abschlüsse für Corporate-Ökostrom-PPAs 2025 erstmals seit fast einem Jahrzehnt, um 10 Prozent auf 55,9 GW; in der Region Europa, Naher Osten und Afrika fiel das Volumen um 13 Prozent auf 17 GW und damit zurück auf das Niveau von 2023. Laut BloombergNEF drücken zunehmende Stunden mit negativen Strompreisen die Wirtschaftlichkeit klassischer Wind- und Solar-PPAs, was Käufer verstärkt zu hybriden Vertragsstrukturen treibt. Auch SolarPower Europe berichtet von einer Abschwächung bei Corporate-Solar-PPAs in reiferen Märkten wie Deutschland, während Länder mit hohen Großhandelspreisen wie Spanien weiterhin ein deutliches PPA-Wachstum verzeichnen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage großer Stromkunden ein zentraler Markttreiber: Große Technologiekonzerne wie Meta und Amazon standen 2025 für 49 Prozent der weltweiten PPA-Aktivität.

Ørsted-Aktie legt zu
Ørsted zählt zu den weltweit größten Offshore-Windentwicklern, verfügt über rund 10,2 GW installierte Offshore-Kapazität sowie weitere 8,1 GW im Bau. Die im regenerativen Aktienindex RENIXX-World gelistete Ørsted-Aktie hat an den ersten beiden Handelstagen der laufenden Woche leicht um 0,4 Prozent auf 20,11 Euro zugelegt (Schlusskurs, 21.07.2026). Gegenüber dem Kurs zum Jahreswechsel steht die Aktie damit bei einem Plus von 24,6 Prozent (Schlusskurs 30.12.2025: 16,14 Euro).

© IWR, 2026


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22.07.2026

 



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