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Stromer erobern Pkw-Markt: Jeder vierte Neuwagen in Deutschland fährt im ersten Halbjahr 2026 rein elektrisch

© IWR / Schlusemann© IWR / SchlusemannFlensburg/Münster – Der deutsche Pkw-Markt verschiebt sich strukturell weiter in Richtung Elektromobilität. Batterieelektrische und Hybridfahrzeuge lösen Benzin- und Dieselmotoren zunehmend als dominierende Antriebsform ab, während der Gesamtmarkt für Neuwagen deutlich wächst. Das geht aus der Halbjahresbilanz des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor.

Zwei Faktoren dürften den Transformationsprozess im ersten Halbjahr 2026 zusätzlich beschleunigt haben: Die neue, rückwirkend ab Januar 2026 geltende staatliche Kaufprämie für Elektroautos sowie die stark gestiegenen Kraftstoffpreise im Frühjahr im Zuge des Iran-Krieges. Beide Entwicklungen verändern die Kostenrechnung für Autokäuferinnen und -käufer zugunsten alternativer Antriebe. Das zeigt auch die statistische Halbjahresbilanz des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA): Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 65,1 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen auf alternative Antriebe, das ist ein Plus von 8,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Pkw-Gesamtmarkt insgesamt wuchs im gleichen Zeitraum um 5,8 Prozent auf 1.484.393 Neuzulassungen.

Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) mit stärkstem Wachstum
Besonders dynamisch entwickelte sich der Absatz rein batterieelektrischer Pkw. 368.006 BEV wurden in den ersten sechs Monaten 2026 neu zugelassen, ein Plus von 48,0 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025; ihr Anteil am Gesamtmarkt stieg damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 17,7 auf 24,8 Prozent. Der monatliche BEV-Anteil lag im Juni mit 84.057 Fahrzeugen sogar bei 28,4 Prozent, ein Plus von 78,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Hybridantriebe: Plug-in-Modelle wachsen schneller als klassische Hybride
Bei den Hybridantrieben zeigte sich eine unterschiedliche Dynamik. Im ersten Halbjahr 2026 ist bei den Plug-in-Hybriden (PHEV) mit insgesamt 163.793 Neuzulassungen ein Wachstum von 17,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Der Marktanteil in diesem Segment stieg damit von 9,9 auf 11,0 Prozent. Hybridfahrzeuge ohne Stecker legten um 6,9 Prozent auf 427.633 Neuzulassungen deutlich langsamer zu, ihr Marktanteil blieb mit 28,8 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau (28,5 Prozent). Zusammen kamen batterieelektrische, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellen-Pkw im ersten Halbjahr 2026 auf 531.808 Neuzulassungen und einen Marktanteil von 35,8 Prozent, ein Plus von 37,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Verbrennerantriebe weiter im Rückgang
Der Anteil klassischer Verbrennerantriebe sank im gleichen Zeitraum spürbar. Bei Benzin-Pkw ging die Zahl der Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,2 Prozent auf 325.080 Fahrzeuge zurück, der Marktanteil fiel von 28,3 auf 21,9 Prozent. Dieselfahrzeuge verzeichneten im gleichen Zeitraum ein Minus von 8,6 Prozent (193.157 Neuzulassungen), ihr Anteil sank von 15,1 auf 13,0 Prozent. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß neu zugelassener Pkw lag im ersten Halbjahr 2026 bei 98,4 Gramm pro Kilometer, ein Rückgang von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.

Kaufanreize: Neue Förderung als Wachstumstreiber
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte seine Wachstumsprognose für Elektro-Pkw 2026 im Dezember 2025 ausdrücklich an eine zügige Umsetzung der neuen, rückwirkend ab Januar geltenden staatlichen Kaufprämie geknüpft und vor Kaufzurückhaltung gewarnt, sollte sich die Einführung verzögern. Angesichts der tatsächlichen Zulassungsdynamik hob der Verband seine Jahresprognose für Elektro-Pkw im Juni 2026 deutlich an, von zuvor 17 auf 25 Prozent Wachstum. Neben den staatlichen Anreizen dürften auch die im Zuge des Iran-Krieges stark gestiegenen Kraftstoffpreise den Wechsel zu Elektrofahrzeugen unterstützt haben.

Einen langfristigen regulatorischen Rahmen für die Entwicklung bilden darüber hinaus die EU-CO2-Flottengrenzwerte, die seit 2012 gelten und seither schrittweise verschärft wurden. Aktuell gilt für den Zeitraum von 2025 bis 2027 im Durchschnitt ein Zielwert von 93,6 Gramm CO2 pro Kilometer; bis zum Jahr 2030 sinkt dieser Grenzwert weiter, auf dann 59,4 Gramm. Ab 2035 sollen laut einem 2023 gefassten, bislang unveränderten Beschluss nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden. Die EU-Kommission schlug im Dezember 2025 vor, die geforderte CO2-Reduktion von 100 auf 90 Prozent zu senken, ausgleichbar etwa über E-Fuels – wodurch auch Plug-in-Hybride zulassungsfähig blieben. Über den noch offenen Entwurf verhandeln Parlament und Rat im Trilog-Verfahren.


© IWR, 2026


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24.07.2026

 



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