Erneuerbare rücken in der EU im Juli 2026 an die 50-Prozent-Marke heran – Solarstrom fast auf Höhe von Atomkraft
Münster – Der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik treibt die Stromversorgung in der Europäischen Union weiter in Richtung Erneuerbare Energien. Im Juli 2026 legte die Stromeinspeisung aus Wind, Sonne, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich zu und erreichte fast 50 Prozent an der EU-weiten Stromeinspeisung.
Der europäische Kraftwerkspark befindet sich in einem fortschreitenden Strukturwandel hin zu Erneuerbaren Energien. Für die Verschiebung sorgt vor allem das ungleiche Wachstumstempo: Erneuerbare Energien legen in Summe deutlich stärker zu als die konventionelle Einspeisung, die insgesamt nahezu unverändert bleibt. Das spiegeln die Juli-Daten zur Stromeinspeisung in der EU deutlich wider.
Wind und Solar treiben Wachstum: Erneuerbare rücken an die 50-Prozent-Marke heran
Mit einem Zuwachs von 7,7 Prozent auf 99,53 Mrd. kWh (Juli 2025: 92,41 Mrd. kWh) erreichen Erneuerbare Energien im Juli 2026 einen Anteil von 49,8 Prozent an der EU-weiten Stromeinspeisung – nach 47,9 Prozent im Vorjahresmonat. Den größten Wachstumsbeitrag liefert die Solarenergie mit einem Plus von 24,3 Prozent auf 44,64 Mrd. kWh. Zweitstärkster Wachstumstreiber ist die Windenergie mit einem Plus von 12,3 Prozent auf 30,97 Mrd. kWh. Auch die Biomasse legt leicht zu (6,12 Mrd. kWh, +2,7 Prozent). Rückläufig entwickeln sich dagegen die Wasserkraft (17,37 Mrd. kWh, −22,9 Prozent) und die Geothermie (0,44 Mrd. kWh, −2,2 Prozent).
Solarstrom nähert sich Atomkraft an
Mit 44,64 Mrd. kWh liegt die Solarstromeinspeisung im Juli 2026 nur noch 4,22 Mrd. kWh unter der Einspeisung aus Atomkraft (48,86 Mrd. kWh) – Solarstrom erreicht damit rund 91 Prozent des Atomstrom-Niveaus. Im Juli 2025 war der Abstand mit 13,88 Mrd. kWh noch gut dreimal so hoch, Solarstrom kam im Vorjahresmonat mit einer Einspeisung von 35,92 Mrd. kWh auf rund 72 Prozent der Atomstrommenge. Verstärkt wird die Annäherung zusätzlich durch die Atomstromeinspeisung selbst, die im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent zurückgeht.
Konventionelle Einspeisung stagniert: Braunkohle bricht ein, Gas und Steinkohle legen zu
Die gesamte konventionelle Stromeinspeisung in der EU bleibt im Juli 2026 mit 100,14 Mrd. kWh gegenüber dem Vorjahresmonat nahezu unverändert (Juli 2025: 100,34 Mrd. kWh, −0,2 Prozent). Die Betrachtung nach Energieträgern zeigt dabei deutliche Verschiebungen. So ist die Einspeisung aus Braunkohle deutlich um 14,9 Prozent auf 9,93 Mrd. kWh gesunken. Dem stehen Zuwächse bei der Steinkohle (7,44 Mrd. kWh, +15,5 Prozent), bei Gas (30,98 Mrd. kWh, +4,5 Prozent), bei Öl (1,25 Mrd. kWh, +5,0 Prozent) und bei Müll (1,68 Mrd. kWh, +5,7 Prozent) gegenüber.
Über die Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E)
Die IWR-Auswertung basiert auf der Analyse der von den nationalen Übertragungsnetzbetreibern zur Verfügung gestellten EU-Länderdaten, die an den europäischen Netzbetreiberverband ENTSO-E gemeldet werden. Erfasst wird jeweils die Netto-Stromeinspeisung in die Stromnetze; nicht eingespeiste Strommengen (Eigenverbrauch, Eigennutzung) sind in der Statistik nicht abgebildet. Die Daten zur Brutto-Stromerzeugung in offiziellen Jahresstatistiken (z. B. Eurostat) können daher von diesen zeitnahen Messungen und Hochrechnungen abweichen.
© IWR, 2026
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