AKW-Wartungsstillstand in Belgien auch 2027 und 2028: Belgien schaltet alle Atomkraftwerke für sieben Monate ab
Brüssel – In Belgien sind Anfang April 2026 die letzten zwei Atomkraftwerke für sieben Monate abgeschaltet worden. Ziel ist die Modernisierung der beiden Kernkraftwerke Doel 4 und Tihange 3.
Im Rahmen der Planung des belgischen Netzbetreibers Elia werden diese Reaktoren zwischen dem 1. April und 1. November 2026, sowie für denselben Zeitraum in den Sommern 2027 und 2028, nicht verfügbar sein. Die Abschaltung dient umfangreichen Modernisierungs- und LTO-Arbeiten (Long-Term Operation) im Zuge der zehnjährigen Laufzeitverlängerung.

Durch die geplanten Modernisierungen summiert sich die Stillstandszeit der beiden Reaktoren auf insgesamt 21 Monate – fast zwei Jahre.
Belgien hat bereits fünf seiner einst sieben Reaktoren abgeschaltet. Allein im Jahr 2025 wurden die Atomkraftwerke Doel 1, Doel 2 und Tihange 1 stillgelegt. Übrig bleiben nun nur die beiden leistungsstarken Reaktoren Doel 4 (1.090 MW) und Tihange 3 (1.089 MW) mit einer Gesamtbruttoleistung von rund 2.200 MW.
Die belgische Regierung hatte im Dezember 2023 die Verlängerung der Laufzeiten bis 2035 beschlossen. Beide Kraftwerke wurden 1985 in Betrieb genommen und erreichen am Ende damit ein Alter von rund 50 Jahren.
Die Laufzeitverlängerung ist mit staatlichen Subventionen verbunden, die für den Weiterbetrieb entscheidend sind. Bereits seit 2022 fanden Verhandlungen zwischen der belgischen Regierung, der EU-Kommission und dem Betreiber Engie statt. Am 20. Februar 2025 genehmigte die Europäische Kommission unter den EU-Beihilferechtsvorschriften eine überarbeitete staatliche Subventionierung für die Verlängerung der beiden belgischen Reaktoren Doel 4 und Tihange 3.
© IWR, 2026
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