Neue Ära der Nordsee-Kooperation: Deutsch-dänische Einigung zu Bornholm Energy Island setzt Meilenstein für grenzüberschreitenden Offshore-Windausbau
Berlin - Deutschland und Dänemark haben beim Nordsee-Gipfel eine bilaterale Vereinbarung zur Investition in das deutsch-dänische Offshore-Hub Gemeinschaftsprojekt Bornholm Energy Island unterzeichnet.
Die Einigung wurde im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz und der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen getroffen. Das Vorhaben gilt als erstes grenzüberschreitendes Projekt dieser Art und soll die europäische Energiesicherheit stärken sowie die Integration des Energiemarkts vorantreiben.
Die Vereinbarung sieht unter anderem eine gemeinsame Kostenaufteilung für die erforderliche Unterstützung der Offshore-Windenergie vor. Die Kostenteilung orientiert sich an den Stromflüssen des Windparks nach Deutschland und Dänemark sowie dem beiderseitigen Nutzen des Projekts. Nach Angaben der Partner ist dies das erste Beispiel für die gemeinsame Finanzierung eines Offshore-Windparks durch zwei Länder.
Bornholm Energy Island soll insgesamt eine zusätzliche Gesamtkapazität von 3 GW Offshore-Windleistung liefern und damit rund 3 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Durch die Verbindung der deutschen und dänischen Netze werde ein neuer Standard für grenzüberschreitende Zusammenarbeit gesetzt, heißt es in der Mitteilung. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam durch die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz (Deutschland) und Energinet (Dänemark).
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bezeichnete das Projekt als „Flaggschiff europäischer Kooperation“ und betonte: „Grenzüberschreitende Vorhaben wie dieses verringern kritische Abhängigkeiten, stärken unsere strategische Autonomie und machen Europa widerstandsfähiger gegenüber politischem und wirtschaftlichem Druck.“ Ihr dänischer Amtskollege Lars Aagaard sprach von einer neuen Ära der Verbindung und gemeinsamen Energiesicherheit: „Zu einer Zeit, in der internationale Kooperation unter Druck gerät, ist Bornholm Energy Island ein Zeichen für Europas Einheit und Entschlossenheit. Wir setzen unsere gemeinsame Vision um, zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen in beiden Ländern und ganz Europa."
Das Projekt ist eine von acht von der Europäischen Kommission als vorrangig eingestuften „Energieautobahnen“ und soll als weltweit erste HVDC-Hybridverbindung mit mehreren Terminals realisiert werden. Die EU unterstützt Bornholm Energy Island mit 645 Millionen Euro aus der Connecting Europa Facility.
© IWR, 2026
Job: UKA Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH & Co. KG sucht Projektmanager Sell Side M&A / Transaktionen – Erneuerbare Energien (m/w/d) Energiequelle setzt auf Artenschutz und regionale Beteiligung: Energiequelle nimmt Windpark Loop/Schönbek in Betrieb
Erster VSB-Windpark in Niedersachsen: VSB startet Bau von Repowering-Projekt Liethe-Lehmden
Energiequelle Windpark Weddelbrook am Netz: Energiequelle nimmt Windprojekt mit Vestas V150-Anlagen in Betrieb
PNE und Enercon setzen auf Wind+Storage: PNE und Enercon planen Energiepark mit 98 MW Windleistung in Brandenburg
Qualitas Energy trennt Bestands- und Neugeschäft: Qualitas Energy richtet sich strategisch neu aus - Navaris wird neue Marke für das Bestandsgeschäft
Das könnte Sie auch noch interessieren
Original-Pressemitteilungen Energiewirtschaft
Stromtarife-Haushalte vergleichen - strompreisrechner.de
Klimawandel: Klimaerwärmung gab es schon mal, aber kein 7 Mrd. Menschen
27.01.2026


