Neues Spezialschiff für HGÜ-Stromleitungen: Boskalis investiert in hochmodernes Kabelverlegungsschiff für Offshore-Energiewende
Papendrecht – Der niederländische Maritim- und Offshore-Spezialist Boskalis baut seine Kapazitäten im Bereich Offshore-Windenergie weiter aus. Das Unternehmen kündigte die Investition in ein neues hochmodernes Kabelverlegungsschiff (Cable Lay Vessel, CLV) an, das insbesondere für den Ausbau von Offshore-Windparks und grenzüberschreitenden Stromkabeln (Interkonnektoren) vorgesehen ist. Das Schiff soll 2029 in Betrieb gehen.
Mit einer Verdrängung von rund 24.000 Tonnen sowie zwei integrierten Kabelkarussells mit jeweils 12.000 Tonnen Kapazität zählt das neue Spezialschiff zu den leistungsstärkeren Einheiten seiner Klasse. Durch die technische Auslegung sollen künftig längere Kabelabschnitte ohne Unterbrechungen verlegt werden können, was die Zahl kostenintensiver Offshore-Verbindungen reduziert und die Netzstabilität verbessert.
Der Ausbau der Stromnetzinfrastruktur gilt als zentraler Baustein der europäischen Energiewende. Insbesondere Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee sowie neue Hochspannungs-Gleichstrom-Verbindungen (HGÜ) zwischen europäischen Staaten erhöhen den Bedarf an spezialisierten Verlegungsschiffen deutlich.
Boskalis ist seit mehr als 15 Jahren im Bereich der Unterwasserkabelinstallation aktiv und hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 140 Projekte umgesetzt. Der Konzern betreibt derzeit mehrere Kabelverlegungsschiffe sowie spezialisierte Geräte für Grabungs- und Verlegearbeiten.
Zum Portfolio des Unternehmens zählen neben der Offshore-Wind- und Energieinfrastruktur auch Dredging-Projekte, Küstenschutzmaßnahmen sowie Hafen- und Infrastrukturarbeiten. Mit einer Flotte von mehr als 400 Schiffen und rund 11.000 Beschäftigten gehört Boskalis zu den weltweit führenden Dienstleistern im maritimen Infrastrukturbereich.
© IWR, 2026
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