Paläoklima: 2 Grad Ozean-Erwärmung reichte für Destabilisierung der Antarktis
Potsdam - Durch neue Daten aus dem Eis konnte ein internationales Team von Wissenschaftlern jetzt zeigen, wie der Eispanzer der Antarktis in der Vergangenheit auf steigende Temperaturen reagiert hat. Ihre in den US-Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie zeichnet erstmals anhand von Daten aus einem Eisfeld nach, dass sich der Westantarktische Eisschild bereits während der letzten Warmzeit vor 120.000 Jahren als recht instabil erwiesen hat. Die Eem-Warmzeit war die letzte Phase der Klimageschichte mit ähnlichen globalen Temperaturen wie die, auf die die Welt durch die anthropogene Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten zusteuert.
Steigende Temperaturen in den Ozeanen verursachten vor 120.000 Jahren das Abschmelzen antarktischer Eisschilde und in der Folge einen extremen Meeresspiegelanstieg, so ein Kernergebnis der Studie unter der Leitung von Chris Turney von der Universität New South Wales in Australien. Über mehrere Jahrhunderte hinweg stieg der Meeresspiegel um mehr als 3 Meter an. Dabei wurde das Abschmelzen wahrscheinlich durch eine Ozean-Erwärmung um weniger als zwei Grad Celsius verursacht. „Das hat große Bedeutung für die Zukunft, angesichts der steigenden Meerestemperaturen und dem Schmelzen der Westantarktis, das wir derzeit beobachten“, so Turney.
„Auch wenn der langfristige Eiskollaps der Westantarktis vielleicht bereits angestoßen wurde - durch die Begrenzung der globalen Erwärmung können wir auch die Geschwindigkeit des Eisverlusts noch begrenzen“, ergänzt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, einer der Autoren der Studie. Das unterstreiche einmal mehr, wie wichtig es sei, das Pariser Klimaabkommen konsequent umzusetzen und die menschengemachte globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, besser noch 1,5 Grad, zu halten, so Rahmstorf weiter.
© IWR, 2026
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12.02.2020



