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LEAG baut grünes Wasserstoff- und Stromspeicherzentrum in Sachsen

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaCottbus - Die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) will bis 2030 in der Lausitz das größte Zentrum mit regenerativen Erzeugungsanlagen in Deutschland aufbauen. Dazu treibt das Unternehmen auch den Aufbau von Kapazitäten für die Nutzung von Wasserstoff voran. In Boxberg in der Lausitz soll ein grünes Wasserstoff- und Stromspeicherzentrum entstehen.

Unter dem Namen H2UB (Hydrogen Unit and Battery) Boxberg will die LEAG in den kommenden Jahren am Kraftwerksstandort Boxberg das größte Zentrum für die Erzeugung und energetische Nutzung von Wasserstoff und die großtechnische Speicherung von grünem Strom in Ostdeutschland errichten. Entstehen sollen die neuen Anlagen auf der Fläche der in den 1990er Jahren stillgelegten Werke I und II. Mit der Baufeldfreimachung wurde im Februar 2024 begonnen. Unter anderem müssen dafür die vier noch verbliebenen Kühltürme des Werkes II zurückgebaut bzw. gesprengt werden.

H2-Kraftwerk kann bis auf 500 MW ausgebaut werden - Gigabattery größter Batteriespeicher Deutschlands
Zu dem geplanten modular aufgebauten Energie-Komplex der LEAG in Boxberg gehören ein Elektrolyseur, der bis zu 2.100 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde produzieren kann, und ein Röhrenspeicher für die Speicherung von Wasserstoff mit einer Kapazität von 60 Tonnen. In Strom umgewandelt wird der Wasserstoff mittels einer modular erweiterbaren Brennstoffzelle. Das H2-Kraftwerk soll im ersten Schritt mit einer Leistung von 10 MW ausgelegt sein, kann aber durch den Zubau weiterer Brennstoffzellen und Wasserstoff-Turbinen bis auf 500 MW ausgebaut werden.

Parallel soll Boxberg zum Standort des ersten Gigaspeichers der LEAG werden, der mit einer Speicherkapazität von mehr als 1.000 MWh nach Angaben des Unternehmens der größte Batteriespeicher Deutschlands sein wird. Neben Lithium-Ionen-Batterien werden zwei unterschiedliche Redox-Flow-Batterie-Technologien zum Einsatz kommen. Damit erweitert die LEAG den Fokus auch auf andere elektrische Speichertechnologien. Wichtige Voraussetzung für die Realisierung des Projekts H2UB ist laut LEAG die Unterstützung durch Fördermittel, die das Unternehmen beantragt hat.

Bereits 2025 soll Baustart für eine neue gasisolierte 380-kV-Schaltanlage (GIS) sein. Sie verbindet zum einen die erneuerbare Stromerzeugung im Umfeld des Kraftwerksstandortes Boxberg, die Gigabattery und das Wasserstoffkraftwerk und stellt zum anderen den Anschluss an das Übertragungsnetz von 50 Hertz her.

Bis zu 7.000 MW Grünstrom-Erzeugungsleistung bis 2030 geplant
Das H2UB ist Teil des umfangreichen Gigawatt-Factory-Programms der LEAG. Der zweitgrößte Stromerzeuger Deutschlands treibt den Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung voran, mit dem Ziel, bis 2030 Kapazitäten mit einer Leistung von bis zu 7.000 MW (7 GW) und bis 2040 mit bis zu 14.000 MW (14 GW) für die Erzeugung von grünem Strom aufzubauen. Hinzu kommen Investitionen in den Ausbau von Speicherkapazitäten und die Entwicklung wasserstofffähiger Kraftwerke als zentrale Bestandteile der Transformation vom konventionellen Energieversorger zum breit aufgestellten Energiewendeunternehmen.

Für das Jahr 2024 plant die LEAG unter anderem den Baubeginn für den ersten unternehmenseigenen Windpark Forst-Briesnig II mit einer Leistung von mehr als 100 MW, die Inbetriebnahme ist für 2026 geplant. Errichtet werden die 17 Windenergieanlagen auf einer rekultivierten Fläche des Tagebaus Jänschwalde in der Lausitz. Ein weiteres Leuchtturmprojekt, der Energiepark Bohrau in unmittelbarer Nachbarschaft des Windparks Forst-Briesnig II, soll 2024 mit dem ersten Bauabschnitt (133 MWp PV) in die Umsetzung gehen. Insgesamt wird der Solarpark nach Fertigstellung eine Leistung von 400 MWp aufweisen und damit zu den größten PV-Parks in Deutschland zählen. Die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts ist für 2025 geplant. Zu den PV-Projekten, die 2024 ans Netz gehen sollen, zählen der Solarpark Boxberg mit 25 MWp, der Solarpark Haidemühl mit einer Leistung von 22 MWp und der Solarpark Deponie Jänschwalde I mit 31 MWp. Für die Floating-PV-Anlage auf dem ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord und künftigen Cottbuser Ostsee mit 29 MWp könnte nach Angaben der LEAG je nach Flutungsfortschritt noch in diesem Jahr der Baustart erfolgen.


© IWR, 2024


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