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Windenergie: Rekordzubau im ersten Halbjahr 2016

Berlin – Der Windenergieausbau in Deutschland nimmt vor der Einführung des neuen Ausschreibungssystems noch einmal richtig Fahrt auf. In den ersten sechs Monaten 2016 wurde eine so hohe Onshore-Windenergieleistung in Deutschland neu errichtet wie noch nie in einem ersten Halbjahr.

Wie die von der Deutschen Windguard im Auftrag des Bundesverbands Windenergie (BWE) und des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) recherchierten Daten zeigen, sind im ersten Halbjahr 2016 netto insgesamt 579 neue Anlagen mit einer Windenergie-Leistung von 1.892 Megawatt (MW) neu installiert worden.

Deutschland kommt auf über 43.500 MW Windenergie-Leistung
Brutto wurden im Zeitraum Januar bis Juni 2016 sogar insgesamt 726 neue Anlagen mit 2.053 MW neu aufgestellt. Durch den Abzug von 147 Anlagen mit einer Leistung von 161 MW, die z. B. im Rahmen von Repowering-Maßnahmen abgebaut worden sind, ergibt sich der Nettowert. Der Bruttowert liegt damit um 73 Prozent über dem Vorjahreswert (1H 2015: 1.185) und um 19 Prozent über dem Zubau des bisherigen Rekordjahres 2014 (1.723 MW). Laut der Deutschen Windguard geht das erste Halbjahr 2016 mit den höchsten Ausbauzahlen in die Geschichte der Windenergie an Land in Deutschland ein. Begründet wird dieser Anstieg mit der Umstellung von einer einmaligen Absenkung des Vergütungssatzes am Jahresende zur quartalsweisen Degression. Insgesamt sind in Deutschland zum 30.06.2016 an Land rund 26.560 Windkraftanlagen mit 43.544 MW Leistung installiert.

Verbände-Prognose: 4.000 und 4.400 MW netto im Gesamtjahr 2016
Mit Blick auf die bereits genehmigten Projekte gehen die Verbände VDMA Power Systems und BWE von einem Volumen zwischen 4.000 und 4.400 MW netto für das Gesamtjahr aus. Die kostengünstige Windenergie an Land zeige somit voraussichtlich das dritte starke Jahr in Folge, erklärten die Verbände. Der starke Zubau im ersten Halbjahr 2016 sei getrieben durch die Bereitstellung von Eignungs- und Vorrangflächen. Noch würden die Flächenausweisungen der Bundesländer der letzten Jahre nachwirken, auch wenn diese durch politische Entscheidungen in Bayern oder gerichtliche Entscheidungen in Schleswig-Holstein teilweise zurückgenommen worden seien. Die Verfügbarkeit von Flächen erklärt aus Sicht von VDMA und BWE auch die regional teils deutlichen Schwankungen. „Der deutsche Markt konzentriert sich weniger stark auf die Küstenländer, sondern entfaltet sich zunehmend ausgeglichener. Die gute Entwicklung in typischen Binnenländern unterstreicht dies. Die Begrenzung des Ausbaus in Regionen mit Netzengpässen muss deshalb durch die Bundesregierung bereits 2018 einer Evaluation unterzogen werden, um dieses Instrument gegebenenfalls wieder aufzugeben“, so Hermann Albers, Präsident des BWE.

144 neue Windkraftanlagen in Niedersachsen – 1 neue Turbine in Sachsen
Das Bundesländerranking führt im ersten Halbjahr Niedersachsen (Bruttozubau: 421 MW, 144 Windkraftanlagen) vor Schleswig-Holstein (322 MW) und Brandenburg (254 MW) an. Auch die süddeutschen Binnen-Bundesländer Baden-Württemberg (186 MW) und Bayern (174 MW) belegen hinter NRW (249 MW) einen Platz vor dem ostdeutschen Küsten-Bundesland Mecklenburg-Vorpommern (130 MW). Auffällig ist der geringe Ausbau im Flächen-Bundesland Sachsen. Dort wurde im ersten Halbjahr nur eine einzige Windkraftanlage errichtet. Diese Turbine kommt auf eine Leistung von 2,35 MW.

© IWR, 2016

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