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Kabelfehler verzögert Offshore Windparks

Münster – Die Netzanbindung Dolwin 2 in der deutschen Nordsee ist aufgrund eines Kabelfehlers über Wochen defekt. Die betriebsbereiten Windparks Gode Wind 1 und 2 können keinen Strom einspeisen. Nun hat der Netzbetreiber Tennet auch für den niederländischen Windpark Borssele Alpha ein Offshore-Kabel geordert.

Ende Oktober 2016 hat der Netzbetreiber Tennet gemeldet, dass die Netzanbindung Dolwin 2 wegen eines Kabelfehlers über Wochen ausfällt. Die deutschen Windparks sind noch nicht offiziell eingeweiht, könnten aber bereits Strom einspeisen. Tennet hat nun ein weiteres Offshore-Kabel für die Niederlande geordert.

Tennet kauft Unterseekabel für niederländischen Windpark Borssele Alpha

Der Netzbetreiber Tennet hat einen weiteren Auftrag für ein Offshore-Kabel vergeben. Es geht um den Netzanschluss Borssele Alpha in den Niederlanden. Der Auftrag im Umfang von 77 Mio. Euro umfasst die Lieferung eines 125 Kilometer langen 220 kV Wechselstrom-Unterseekabels bis 2018 sowie die Option, auch das Kabel für Borssele Beta zu liefern. Auftragnehmer ist der international aufgestellte Experte für Hochspannungskabel NKT Cables mit Hauptsitz in Dänemark, das Kabel wird in der Deutschlandzentrale in Köln gefertigt.

NKT Cables kauft ABB
Die Offshore-Sparte von NKT Cables umfasst in Zukunft auch Teile des schweizerischen Technologieriesen ABB, der das derzeit defekte Kabel für Dolwin 2 geliefert hat. Noch sind die Konzerne jedoch unabhängig. NKT Cables hat im Frühherbst 2016 die Übernahme der Kabelsparte von ABB vereinbart. Die Akquisition wird im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein. Tennet weist die Verantwortung für den aktuellen Defekt bei Dolwin 2 ABB zu. Unabhängige Gutachter hätten einen Materialfehler als Ursache für den Ausfall der Stromleitung identifiziert, teilt Tennet auf Anfrage von IWR Online mit.

Die Reparaturkosten wird der ABB-Konzern aus der Schweiz wohl selbst tragen müssen, der Produktionsausfall wird Dong Energy, dem Betreiber von Gode Wind 1 und 2, voraussichtlich über die Offshore-Haftungsumlage von den deutschen Stromkunden erstattet.

Über Borssele (Niederlande) und Dolwin (Deutschland)

Mithilfe der Offshore-Netzanschlüsse Borssele und Dolwin wird der Strom der Offshore-Windparks zunächst in Konverterplattformen gebündelt und anschließend an Land transportiert. Die Netzanschlüsse Borssele Alpha und Beta vor der Küste Südhollands verfügen über eine Transportkapazität von 700 Megawatt (MW) und verbinden jeweils zwei Offshore-Windparks mit dem Stromnetz.

Die Netzanbindung Dolwin 2 in Deutschland verfügt über eine Leistung von 916 MW. Hier sind die deutschen Offshore-Windparks Gode Wind 1 (332 MW), Gode Wind 2 (252 MW) und der im Bau befindliche Windpark Nordsee One (332 MW) angeschlossen. Ob der Kabelfehler auch Auswirkungen auf die Inbetriebnahme von Nordsee One haben wird, ist derzeit noch unklar. „Wir sind im engen Austausch mit dem Netzbetreiber TenneT und gehen derzeit davon aus, dass wir - wie geplant - im Frühjahr mit der Turbineninstallation beginnen können“, teilt Nordsee One auf Anfrage von IWR Online mit.

© IWR, 2016

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14.11.2016

 



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