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Mehr konventionelle Kraftwerks-Leistung in Deutschland

Bonn - Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt haben den gemeinsamen Monitoringbericht über die Entwicklungen auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten im Jahr 2015 veröffentlicht. Trotz einiger Kraftwerks-Stilllegungen steigt die Gesamtleistung konventioneller Kraftwerke durch Neubauten.

Es ist bereits der fünfte Monitoringbericht, den die beiden Bundesbehörden erstellt und vorgelegt haben. Der Bericht ist nach dem Energiewirtschaftsgesetz vorgesehen und soll die Entwicklungen auf den Elektrizitäts- und Gasmärkten sowie an Elektrizitäts- und Gasbörsen beobachten und analysieren.

Stromverbraucher profitieren von großer Angebotsvielfalt
Die Chefs der beiden Bundesbehörden sehen auf dem Strommarkt ein großes Angebot für die Kunden. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sagt: „Deutsche Stromverbraucher profitieren weiterhin von der großen Angebotsvielfalt. Etwa vier Millionen Haushaltskunden haben 2015 ihren Stromlieferanten gewechselt. Das sind rund 231.000 mehr als im Vorjahr.“ Bei den Gewerbe- und Industriekunden wechselten im Jahr 2015 knapp 13 Prozent ihren Stromversorger. Dies ist der höchste Wert seit Beginn des Monitorings im Jahr 2006. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, betont, dass die Stromgroßhandelsmärkte auch im Jahr 2015 von hoher Liquidität gekennzeichnet sind und auf den beiden größten Endkundenmärkten inzwischen kein Anbieter mehr marktbeherrschend sei.

Strom-Erzeugungskapazitäten 2015 auf 204.600 MW angestiegen
Mit Blick auf die Entwicklung der Energiewende stellt Hohmann fest, dass es „trotz Kraftwerksstilllegungen zu einem Zuwachs in diesem Bereich kam“. Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ist gegenüber dem Jahr 2014 um 26 Mrd. Kilowattstunden (kWh) gestiegen. Über 80 Prozent dieses Zuwachses kommen aus Windenergie an Land (15 Mrd. kWh) und Windenergie auf See (6,7 Mrd. kWh). Die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern nahm gegenüber dem Vorjahr um 15 Mrd. kWh ab. Insgesamt sind die Erzeugungskapazitäten im Jahr 2015 auf 204.600 Megawatt (MW) angestiegen (2014: 196.300 MW), davon 106.700 MW konventionelle und 97.900 MW erneuerbare Kraftwerksleistung. D

Strommengen beim Redispatch und Einspeisemanagement jeweils verdreifacht
Die Eingriffe auf den Strommarkt haben ebenfalls zugenommen. Die Redispatch-Gesamtmenge hat sich gegenüber dem Jahr 2014 mehr als verdreifacht und beträgt im Jahr 2015 rund 16 Mrd. kWh. Die veranschlagten Kosten für Redispatch 2015 wurden von den Übertragungsnetzbetreibern mit rund 412 Mio. Euro angegeben. In Stunden hat sich die Eingriffshäufigkeit bzw. Dauer der Redispatch-Maßnahmen 2015 auf 15.800 Stunden nahezu verdoppelt (2014: rund 8.500 Stunden). Beim Einspeisemanagement, also der Abregelung von Anlagen im Bereich erneuerbare Energien, hat sich die Menge der Ausfallarbeit von 1,6 Mrd. kWh im Jahr 2014 auf 4,7 Mrd. kWh ebenfalls fast verdreifacht. Die Summe der im Jahr 2015 ausgezahlten Entschädigungen beträgt laut Monitoringbericht rund 315 Mio. Euro (2014: 83 Mio. Euro). Die geschätzten Entschädigungsansprüche für das Jahr 2015, die jedoch noch nicht vollständig ausgezahlt sind, belaufen sich auf 478 Mio. Euro. Dies sei in erster Linie auf die starke Zunahme der Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen im Jahr 2015 zurückzuführen, heißt es im Monitoring-Bericht.

© IWR, 2016

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