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Bundesnetzagentur beendet erste Offshore-Ausschreibung

Bonn – Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge für die erste Offshore-Ausschreibung in Deutschland beendet. Der Zuschlagswert fällt dabei deutlich geringer und damit günstiger aus als erwartet, drei Windparks kommen sogar ganz ohne eine zusätzliche Vergütung aus.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Zuschläge in der ersten Ausschreibung für die Netzanbindung und Vergütung für bestehende Offshore-Windparkprojekte erteilt. Mit dem Ergebnis zeigt sich BNetzA-Präsident Jochen Homann sehr zufrieden.

Drei der vier Offshore-Projekte sollen ohne EEG-Vergütung auskommen
Unter Berücksichtigung des Ausschreibungsvolumens von 1.550 Megawatt (MW) und der möglichen Netzanschlüsse konnten vier Gebote bezuschlagt werden. Die insgesamt bezuschlagte Gebotsmenge beträgt 1.490 Megawatt (MW). Die bezugschlagten Projekte liegen alle in der Nordsee. Das größte Offshore-Projekt ist der EnBW-Offshore-Windpark „He Dreiht“ mit einer geplante Kapazität von 900 MW. Eigentümer der übrigen drei Projekte „OWP West“ (240 MW), „Borkum Riffgrund West 2“ (240 MW) und „Gode Wind 3“ (110 MW) ist der dänische Energiekonzern Dong Energy.

Überraschend ist das Ergebnis der Zuschlagswerte. Der höchste Gebotswert, der noch einen Zuschlag erhalten hat, liegt bei 6,00 Eurocent pro Kilowattstunde (ct/kWh) und entfällt auf den Windpark „Gode Wind 3“. Bei den anderen drei Projekten liegt der Gebotswert bei 0,00 Cent pro Kilowattstunde. Diese Windparks werden demnach keine EEG-Vergütung erhalten. Insgesamt ergibt sich über alle vier Offshore-Parks ein durchschnittlich gewichteter Zuschlagswert von 0,44 ct/kWh.

Projektträger setzen auf sinkende Kosten
Bei den jetzt bezuschlagten Offshore-Windparks handelt es sich um Vorhaben, die voraussichtlich erst in sieben bis acht Jahren in Betrieb gehen. Bis dahin gehen die Projektträger EnBW und DongEnergy von einer rasch fortschreitenden Technologieentwicklung und zunehmenden Professionalisierung der Branche aus. Zudem profitiert EnBW bei dem Projekt „He Dreiht“ nach Unternehmensangaben aufgrund der räumlichen Nähe zu den beiden EnBW-Windparks Hohe See und Albatros von Kostensenkungs- und Synergieeffekten.

BNetzA-Präsident: Zuschlagswert deutlich unter den Erwartungen
„Mit 0,44 ct je kWh liegt der durchschnittliche gewichtete Zuschlagswert weit unterhalb der Erwartungen“, so Homann. „Das Ausschreibungsverfahren hat demnach mittel- und langfristige Kostensenkungspotentiale freigesetzt, die zu einer in diesem Umfang nicht erwarteten Senkung der Förderung führen werden“. Die Offshore-Windenergie stelle so ihre Wettbewerbsfähigkeit mit Nachdruck unter Beweis, was für den Stromverbraucher sehr erfreulich sei. Es sei allerdings offen, ob sich so niedrige Zuschlagswerte in der nächsten Ausschreibung wiederholen werden, so Homann weiter.

© IWR, 2017

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