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Prokon protzt mit Projektpipeline

Itzehoe – Die Energiegenossenschaft Prokon will 2017 in Deutschland verstärkt neue Projekte vorantreiben. Zudem soll der Umsatz auf etwa 110 Mio. Euro steigen, wie das Unternehmen auf der Generalversammlung erklärte.

Der genossenschaftliche Windkraftspezialist Prokon eG will im Geschäftsjahr 2017 unter dem Strich ein positives Vorsteuer-Jahresergebnis im einstelligen Millionenbereich erzielen. Die Zahlen für 2016 sind unter anderem wegen eines schwachen Windjahres weniger gut ausgefallen. Dafür ist die Projektpipeline gut gefüllt.

Schwache Windernte führt unter anderem zu schwachem Ergebnis

Für das Jahr 2016 steht bei Prokon ein negatives Jahresergebnis nach Steuern in Höhe von 75,8 Mio. Euro zu Buche.
Gründe für die schwachen zahlen für 2016 sind laut Prokon im Wesentlichen die deutlich verschlechterten politischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien in Polen und Finnland. In beiden Ländern ist die Prokon eG aktiv. Zudem trug unter anderem auch die historisch schwache Windernte 2016 zum schlechten Ergebnis bei. Die Windernte war in Deutschland laut Branchenstatistiken niedriger als in allen 20 Jahren zuvor.
„Leider hat sich das politische Klima gegenüber den erneuerbaren Energien vor allem in Polen 2016 deutlich verschlechtert“, kritisiert Prokon-Vorstand Henning von Stechow. „Anstatt die Risiken durch den Klimawandel ernst zu nehmen, setzen manche Länder auf konventionelle Energieträger und stärken damit die Industrien, die daran verdienen.“

Projektpipeline ist gut gefüllt
Die Genossenschaft will 2017 Projekte mit einer Kapazität von rund 100 Megawatt (MW) bauen und in Betrieb nehmen, wie von Stechow erklärte. Zuletzt wurde die installierte Leistung um rund 50 MW auf gut 600 MW gesteigert. Derzeit befinden sich vier Windenergieprojekte im Bau. Zudem will die Genossenschaft noch im laufenden Geschäftsjahr mit dem Bau von drei weiteren Windparks beginnen, davon zwei in Rheinland-Pfalz mit einer Gesamtleistung von 22,2 MW sowie einer in Brandenburg mit 9,9 MW. Um die längerfristigen Ertragschancen der Prokon eG weiter zu stärken, werden für 2017 darüber hinaus Genehmigungen für neue Windparks mit einer Nennleistung von mindestens 70 MW angestrebt. Prokon prüft dabei auch die Möglichkeit, Projekte gemeinsam mit Partnern zu betreiben.

Stromanbieter Prokon will Kunden gewinnen
Gleichzeitig will die Prokon eG die Anzahl ihrer Stromkunden steigern. Seit April 2017 trägt der Prokon Strom Deutschlands strengstes Ökosiegel ok-power-plus. Anfang 2017 hat Prokon für Stromkunden, die sich für eine Welt mit 100 Prozent erneuerbaren Energien einsetzen, zudem einen Bonus von 0,5 Cent auf jede verbrauchte Kilowattstunde eingeführt. Diesen Bonus auf Prokon-Strom erhalten Kunden, die Mitglieder der Prokon eG oder einer anderen Energiegenossenschaft sind. Auch Eigentümer einer Erneuerbare-Energien-Anlage profitieren davon.
„Die Energiewende in Bürgerhand ist das erklärte Ziel der Prokon eG“, bekräftigt Wuttke. „Unsere Mitglieder, Kunden und Kooperationspartner sind wichtige Unterstützer auf unserem Weg in eine nachhaltige Energiezukunft“, ergänzt von Stechow. Die Genossenschaft hat in 2016 ihre Mitgliederzahl um rund 1.000 auf gut 39.000 gesteigert und beschäftigt derzeit rund 275 Mitarbeiter.

© IWR, 2017

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