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Offshore Windenergie in Deutschland legt 2019 leicht zu - Einbruch folgt 2020

© IWR© IWRBerlin - Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland hat im Jahr 2019 wieder etwas angezogen. Die Vorzeichen für die weitere Entwicklung in Deutschland sind allerdings negativ, die Branche steht vor einer empfindlichen Unterbrechung des Ausbaus.

Insgesamt waren in Deutschland Ende 2019 Offshore-WEA mit einer Leistung von über 7.500 Megawatt (MW) am Netz. Das von der Bundesregierung für 2020 anvisierte Ziel von 7.700 MW Offshore-Leistung ist damit so gut wie erreicht. Der Offshore-Windausbau läuft auf eine Ausbaulücke zu, Branchenvertreter fordern die Politik zum Handeln auf.

Deutschland: Über 1.100 MW Offshore Windenergieleistung gehen 2019 neuen ans Netz
Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 160 Offshore-Windenergieanlagen (WEA) mit einer Leistung von 1.111 MW neu ans Netz angeschlossen. Nach dem Rückgang des Jahreszubaus im Jahr 2018 auf etwa 970 MW entspricht der Zubau des Jahres 2019 einem Wachstum von etwa 14 Prozent. Insgesamt sind jetzt rd. 1.470 Offshore-WEA mit einer Gesamtkapazität von etwa 7.500 MW am Netz. Das geht aus den Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur sowie der Offshore-Branchenverbände BWE, BWO, Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE, VDMA Power Systems und WAB hervor. Zusammen haben die Offshore-Windparks in Deutschland nach vorläufigen Daten der Übertragungsnetzbetreiber im Jahr 2019 rd. 24 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom eingespeist, das sind rd. 27 Prozent mehr Strom als im Vorjahr (2018: rd. 19 Mrd. kWh).

Drei Offshore-Windparks vollständig in Betrieb, zwei Projekte fast fertig
Im Jahr 2019 wurden die drei Offshore-Windparks Merkur Offshore (396 MW, Nordsee), Deutsche Bucht (269 MW, Nordsee) und EnBW Hohe See (497 MW, Nordsee) vollständig in Betrieb genommen, d.h. alle Anlagen der betreffenden Windparks sind am Netz und speisen ein. Durch die Insolvenz des Windenergieherstellers Senvion ist es beim Offshore Windpark Borkum II (200 MW, Nordsee) zu Verzögerungen gekommen. Das Projekt ist daher nicht wie geplant zum Ende 2019 fertig geworden. Die Projektpartner gehen davon aus, dass die Installation und Inbetriebnahme aller 32 Windkraftanlagen bis ins erste Halbjahr 2020 andauern könnte. Noch nicht am Netz sind zudem die Anlagen des Offshore-Windparks EnBW Albatros (112 MW, Nordsee).

Mit Fertigstellung der beiden verbleibenden Windparks endet die aktuelle Ausbauphase der Offshore-Windenergie in Deutschland schlagartig. Schon für 2020 sind mangels fehlender Offshore-Projekte keine nennenswerten Installationszahlen mehr in Deutschland zu erwarten, so dass die sich bereits länger abzeichnende Ausbaulücke eintritt.

Branche fordert Anhebung der Ausbauziele auf mindestens 20 GW bis 2030
Mit Blick auf die weitere Entwicklung und die bedeutende Rolle der Offshore-Windenergie im Rahmen der Energiewende haben die Offshore-Branchenverbände ihre Forderung nach einer Anhebung der Offshore-Ausbauziele bis 2030 auf mindestens 20.000 MW (20 GW) und einen Ausbaupfad, der darüber hinausgeht, erneuert. Dafür müsse die Bundesregierung schnell die gesetzlichen Grundlagen schaffen und im ersten Schritt freie Kapazitäten von bis zu 2.000 MW vergeben, um die Folgen der Ausbaulücke für die heimische Industrie abzufedern. Nur so bleibe die heimische Lieferkette erhalten, so die Branchenverbände. Jeder weitere Zeitverlust führe zu zusätzlichen Arbeitsplatzverlusten und gefährde die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und den Know-how-Vorsprung der deutschen Offshore-Windindustrie.

Zudem sprechen sich die Branchenverbände dafür aus, aufgrund der langen Projektzyklen von Offshore-Windparks schone jetzt den Ausbau der Offshore Windenergie bis 2035 und 2050 zu planen und für langfristige Planungssicherheit zu sorgen. Für 2035 sei eine Offshore-Wind-Kapazität von 30-35 GW erforderlich, bis 2050 müsse diese auf über 50 GW ansteigen. Zudem weisen die Verbände darauf hin, dass vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kohle die Ausbaupfade für alle EE-Technologien überprüft und die Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden müssten.

© IWR, 2020


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23.01.2020

 



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