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UN-Klimasekretariat: Klimapläne weiter unzureichend - ehrgeizigere Maßnahmen müssen jetzt kommen

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaBonn - Ein neuer Bericht des UN-Klimasekretariats (UN Climate Change) zeigt erste Fortschritte, um den Anstieg der globalen Treibhausgasemissionen zu bremsen. Von Entwarnung kann aber nicht die Rede sein.

Im November steht in Ägypten in Sharm el-Sheikh die nächste UN-Klimakonferenz (COP 27) auf der Agenda. Aus Sicht des UN-Klimasekretariats ist das der Moment, in dem die führenden Politiker der Welt dem Kampf gegen den Klimawandel die notwendige Dynamik verleihen könnten. Derzeit steuert die Welt statt auf 1,5 Grad Erwärmung eher auf 2,5 Grad zu. UN Climate Change fordert, in Ägypten von den Verhandlungen zur Umsetzung überzugehen und in einen massiven Wandel voranzutreiben, der in allen Bereichen der Gesellschaft stattfinden muss, um dem Klimanotstand zu begegnen. Dazu sind ehrgeizigere Maßnahmen erforderlich als bislang.

Erste Erfolge gegen Klimawandel - 1,5 Grad-Ziel derzeit aber nicht zu erreichen
UN Climate Change hat auch in diesem Jahr die Klimaaktionspläne (Nationally Determined Contributions - NDCs) von 193 Vertragsparteien des Pariser Abkommens, einschließlich 24 aktualisierter oder neuer NDCs, die nach der UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP 26) bis zum 23. September 2022 eingereicht wurden, analysiert und dabei ein ernüchterndes Fazit gezogen.

Dem Bericht zufolge könnten die kombinierten Klimazusagen der 193 Vertragsparteien im Rahmen des Pariser Abkommens dazu führen, dass sich die Welt bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa 2,5 Grad Celsius erwärmt.

Das 1,5 Grad Ziel ist damit in weiter Ferne, gleichwohl sind laut UN-Klimasekretariat aber auch Hoffnungsschimmer zu erkennen. Der Bericht zeigt nämlich, dass sich die Emissionen nach den derzeitigen Verpflichtungen bis 2030 um 10,6 Prozent gegenüber dem Stand von 2010 erhöhen werden. Gegenüber der letztjährigen Bewertung, die ergab, dass die Länder auf dem Weg sind, ihre Emissionen bis 2030 um 13,7 Prozent gegenüber dem Stand von 2010 zu erhöhen, ist das immerhin eine Verbesserung. Zudem zeigte die letztjährige Analyse, dass die prognostizierten Emissionen nach 2030 weiter ansteigen würden. Nach der aktuellen Auswertung ist eher davon auszugehen, dass die Emissionen nach 2030 zwar nicht mehr ansteigen, aber immer noch nicht den raschen Abwärtstrend aufweisen, der laut Wissenschaft in diesem Jahrzehnt erforderlich ist.

"Der bis 2030 erwartete Abwärtstrend bei den Emissionen zeigt, dass die Länder in diesem Jahr einige Fortschritte gemacht haben", so Simon Stiell, Exekutivsekretär der UN-Klimakonferenz. Trotzdem seien die Länder noch weit davon entfernt, die Emissionen in dem Umfang und Tempo zu reduzieren, wie es nötig wäre, um auf den Weg zu einer Welt mit einer Temperaturerhöhung von 1,5 Grad Celsius zu kommen.

COP 27: Staats- und Regierungschefs zum Handeln aufgefordert
Angesichts der bevorstehenden UN-Klimakonferenz (COP 27) forderte Stiell die Regierungen auf, ihre Klimapläne zu überdenken und zu verstärken, um die Lücke zwischen den derzeitigen Emissionswerten und den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu schließen, die in diesem Jahrzehnt erreicht werden sollten.

"Die COP 27 ist der Moment, in dem die Staats- und Regierungschefs der Welt den Klimawandel wieder in Schwung bringen, den notwendigen Wechsel von den Verhandlungen zur Umsetzung vollziehen und den massiven Wandel einleiten können, der in allen Bereichen der Gesellschaft stattfinden muss, um die Klimakrise zu bewältigen", so Stiell.

Stiell fordert die nationalen Regierungen auf, auf der COP 27 zu zeigen, wie sie das Pariser Abkommen in ihren Ländern durch Gesetzgebung, Politik und Programme umsetzen werden und wie sie bei der Umsetzung zusammenarbeiten und Unterstützung leisten werden.

"Die COP27 wird der Wendepunkt für den weltweiten Klimaschutz sein. Der Bericht des UN-Klimasekretariats und davor der Bericht des IPCC sind eine rechtzeitige Mahnung für uns alle. Mehr Ehrgeiz und eine dringende Umsetzung sind unerlässlich, um die Klimakrise zu bewältigen“, Sameh Shoukry, ägyptischer Außenminister und designierter COP27-Präsident mit Blick auf die anstehende Klimakonferenz.

© IWR, 2022


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