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WAB sieht hohes Wasserstoff-Wertschöpfungspotential für den Norden

© WAGB© WAGBBremerhaven - Die WAB hat im Rahmen eines Parlamentarischen Abends mit weiteren Partnern eine neue Studie zum Thema Wasserstoff und Offshore-Windenergie in Norddeutschland vorgestellt. Der Industrieverband sieht ein hohes Wertschöpfungspotential für den Norden, wenn Geschäftsmodelle für grünen Wasserstoff entstehen.

Laut der aktuellen Studie „Wertschöpfungspotenziale Wasserstoffproduktion und Offshore Windenergie in Norddeutschland“ von Trendresearch wächst die Bedeutung der Wasserstoffproduktion zur Energiebereitstellung sektorenübergreifend, um die energieintensive Industrie, Teile der Mobilität wie die Schifffahrt und weitere Sektoren zu dekarbonisieren. Für Norddeutschland bringt diese Entwicklung aufgrund regionaler Alleinstellungsmerkmale große Chancen mit sich, Vorreiter bei der Industrialisierung des Wasserstoffs in Deutschland und Europa zu werden und damit Wertschöpfungspotenziale und insbesondere Beschäftigung für die Region zu sichern, so die WAB.

Erforderlich für Markthochlauf: Passender rechtlicher Rahmen für Geschäftsmodelle
Norddeutschland verfügt mit Blick auf den Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft über eine gute Ausgangsposition. Schon jetzt hat die Region einen Vorsprung beim Ausbau der Windenergie an On- und Offshore-Standorten, bei Seehäfen sowie in den Sektoren Maritime Industrie, Windindustrie und Forschungsinstitute. Ein Vorsprung, der nach der aktuellen Studie künftig in einer Vorreiterrolle münden könnte.

Aktuell befindet sich die grüne Wasserstoffwirtschaft allerdings noch in einem frühen Stadium des Markthochlaufes. Projekte zur Erzeugung und zum Transport existieren, befinden sich aber zum größten Teil noch in der Umsetzung. Gegenwärtig sind in Norddeutschland fast 500 Marktteilnehmer in die Wasserstoffwirtschaft involviert, wo diese mit ca. 4.100 Beschäftigten (VZÄ) im Jahr 2020 mehr als eine Milliarde Euro erwirtschafteten.

Jetzt kommt es laut Studie darauf an, Projekte zu unterstützen, bei denen mit Offshore Windenergie direkt auf See oder über den Transport des Windstroms an Land Wasserstoff produziert wird. Denn dort, wo viel erneuerbare Energie erzeugt werden kann, kann auch günstig Wasserstoff hergestellt werden.

Um den nächsten Schritt zu gehen, sind nach der Studie nun passende rechtliche Rahmenbedingungen für reale Geschäftsmodelle notwendig, bevor es zu einem Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft kommen kann. Damit belastbare Strukturen entstehen, ist über den Rahmen der Förderprogramme hinaus eine Vergütungsstruktur für grünen Wasserstoff erforderlich, die Anreize für potenzielle Marktteilnehmer schafft und den Markthochlauf ermöglicht.

Einen weiteren offenen Punkt erkennt die Studie im hohen Personalbedarf, der derzeit nicht abgedeckt werden kann. Eine Herausforderung, der mit der Schaffung ausreichender Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren, begegnet werden müsse, so die Autoren.

Szenario „Klimaschutz“: 45.000 Beschäftigte und über 20 Mrd. Euro Jahresumsatz
In Bezug auf die Entwicklung der industriewirtschaftlichen Effekte werden in der Studie verschiedene Szenarien für die Entwicklung der Wertschöpfung bis 2045 betrachtet. So wird in der Szenario-Variante „Aufschub“ davon ausgegangen, dass aufgrund eines politischen Machtwechsels die Prioritäten neu sortiert und Klimaschutzgesetze und Ausbauziele gelockert werden. Das Szenario „Energiewende“ geht hingegen von forcierten Ausbauzielen mit entsprechenden Gesetzesanpassungen aus. Bei der Variante „Klimaschutz“ wird angenommen, dass von Seiten der Politik strikt das Ziel der Klimaneutralität verfolgt wird und eine weitere Schärfung der entsprechenden Gesetze und Ausbauziele erfolgt.

Im Ergebnis sagen alle Szenarien ein Wachstum der Wasserstoffwirtschaft voraus. Jedoch mit deutlichen Unterschieden was die Anzahl der Beschäftigten und den Umsatz angeht. Während beim Szenario „Klimaschutz“ 45.000 Beschäftigte und ein jährlicher Umsatz von über 20 Milliarden Euro prognostiziert werden, fallen die Werte für „Aufschub“ mit nur je einem Viertel der Beschäftigten und des Umsatzes deutlich pessimistischer aus.

„Wir haben jetzt eine besondere Situation, in der viele Akteure zusammenarbeiten müssen und wollen. Diese günstigen Umstände sollten wir für einen nachhaltigen Entwicklungsschritt nutzen, um mehr Klimaschutz, eine zunehmende nachhaltige Energieversorgung und wirtschaftliche Potentiale möglichst rasch zu nutzen“, bilanziert WAB-Geschäftsführerin Heike Winkler. Der Anschluss im internationalen Wettbewerb könne aber nicht allein über die Förderungslandschaft gesichert werden. Hierfür müsse es wirtschaftlich mögliche Geschäftsmodelle geben, die besonders den innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen einen raschen Markteintritt ermöglichen, so Winkler weiter.

Neben der WAB sind PwC Deutschland, Erneuerbare Energien Hamburg sowie die Bundesländer Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen Auftraggeber der Studie.

© IWR, 2023


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