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Nordex feiert 10 Jahre Integration mit Acciona Windpower – Europas Windindustrie fordert stärkeren Schutz strategischer Technologien

© Nordex SE© Nordex SEHamburg - Der Windturbinenhersteller Nordex hat in Hamburg das zehnjährige Jubiläum der Integration von Acciona Windpower gefeiert und dabei zugleich die industriepolitische Bedeutung der europäischen Windbranche hervorgehoben. Vertreter aus Politik und Industrie warnten auf der Veranstaltung vor wachsenden globalen Wettbewerbsrisiken und forderten bessere Rahmenbedingungen für europäische Technologiekonzerne.

Die Fusion von Nordex und Acciona Windpower im Jahr 2016 gilt als wichtiger Schritt zur Konsolidierung der europäischen Windindustrie. Aus dem Zusammenschluss entstand die heutige Nordex Group, die sich nach eigenen Angaben zu einem der führenden europäischen Hersteller von Onshore-Windenergieanlagen entwickelt hat.

Europäische Windindustrie fordert Größe, Integration und Industrieschutz
José Manuel Entrecanales, Chairman und CEO des Nordex-Großaktionärs ACCIONA, erklärte auf der Veranstaltung, Europas Führungsrolle bei Dekarbonisierung und Elektrifizierung hänge künftig maßgeblich von Marktintegration, industrieller Größe und dem Schutz strategischer Industrien ab.

Er betonte zudem, dass erneuerbare Energien inzwischen nicht mehr primär aus Klimaschutzgründen gefördert werden müssten, sondern weil sie vielerorts bereits die günstigste und am besten verfügbare Energieform seien. Als Beispiel nannte Entrecanales die Iberische Halbinsel, wo erneuerbare Energien inzwischen mehr als 60 Prozent des Energieverbrauchs deckten.

Auch Nordex-CEO José Luis Blanco verwies auf den steigenden internationalen Wettbewerbsdruck. Der Zusammenschluss von Nordex und Acciona Windpower sei eine Antwort auf einen Markt gewesen, „der Größenordnung, Widerstandsfähigkeit und eine langfristige Perspektive erforderte“. Man habe ein Unternehmen aufgebaut, „das weltweit konkurriert“, allerdings seien die Wettbewerbsbedingungen international nicht gleich verteilt.

Die europäische Windindustrie brauche ausreichend Größe, um global bestehen zu können. Mit Blick auf die energiepolitische Bedeutung der Branche erklärte Blanco zudem: „Es ist naiv zu glauben, diese Technologie könne wie eine beliebige andere Ware behandelt werden.“

Habeck: Europa braucht industrielle Champions im Energiesektor
Zu den prominenten Teilnehmern der Veranstaltung gehörte auch der frühere deutsche Vizekanzler Robert Habeck. In seiner Keynote hob er die strategische Bedeutung der Windenergie für Energiesicherheit, Versorgungssouveränität und industrielle Wettbewerbsfähigkeit hervor.

Der eigentliche Wettbewerb finde heute nicht mehr zwischen einzelnen europäischen Staaten statt, sondern zwischen Europa und anderen globalen Wirtschaftsregionen. Deshalb müsse die Europäische Union entscheiden, welche Industriebereiche strategisch relevant seien und dort gezielt europäische „Champions“ aufbauen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand zudem eine Podiumsdiskussion mit dem früheren italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta, Robert Habeck sowie Nordex-CEO José Luis Blanco. Diskutiert wurden insbesondere Europas Wettbewerbsfähigkeit, Industriepolitik sowie die langfristige Sicherung technologischer Führungspositionen in strategischen Sektoren wie der Windenergie.

Nordex sieht sich als Beispiel europäischer Industriekonsolidierung
Die Veranstaltung stellte die Entwicklung der Nordex Group zugleich als Beispiel für die industrielle Konsolidierung der europäischen Windbranche dar. Nach Unternehmensangaben hat die Gruppe seit ihrer Gründung mehr als 64 Gigawatt Windenergieleistung in über 40 Märkten installiert.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Nordex einen Umsatz von rund 7,6 Mrd. Euro. Das Unternehmen beschäftigt derzeit mehr als 11.100 Mitarbeiter und produziert unter anderem in Deutschland, Spanien, Brasilien, Indien und den USA.

Die Nordex-Aktie ist unter anderem im MDAX, TecDAX und im globalen Aktienindex RENIXX gelistet.

© IWR, 2026


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07.05.2026

 



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