Nel präsentiert neue Elektrolyseur-Plattform – Wasserstoffkosten sollen deutlich sinken
© Nel ASAOslo - Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA hat eine neue Generation druckbetriebener alkalischer Elektrolyseure vorgestellt und will damit die Kosten sowie die Komplexität großer Wasserstoffprojekte deutlich reduzieren. Nach mehr als acht Jahren Entwicklung und umfangreichen Tests am Standort Herøya in Norwegen sei die Plattform nun bereit für den kommerziellen Einsatz. Die Aktie des Unternehmens notiert im frühen Handel bei rund 0,27 Euro.
Mit der neuen Technologie reagiert Nel auf die bislang hohen Investitionskosten und langen Umsetzungszeiten vieler Wasserstoffprojekte. Nach Unternehmensangaben soll die Plattform die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff einfacher skalierbar und wirtschaftlicher machen.
Neue Plattform soll Investitionskosten drastisch senken
Nel gibt für eine schlüsselfertige 25-MW-Anlage Gesamtkosten von unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt an. Viele aktuelle Großprojekte lägen derzeit dagegen bei Systemkosten von bis zu 3.000 US-Dollar pro Kilowatt.
Nach Angaben des Unternehmens könnte die neue Plattform die Investitionskosten im Vergleich zu heutigen Marktstandards um 40 bis 60 Prozent reduzieren. Gleichzeitig sollen Projektlaufzeiten verkürzt und Umsetzungsrisiken gesenkt werden.
Unternehmenschef Håkon Volldal erklärte, die neue Plattform solle erneuerbaren Wasserstoff einfacher skalierbar, flexibler und wettbewerbsfähiger machen. Wasserstoff gewinne zunehmend an Bedeutung – sowohl für industrielle Anwendungen als auch für Energiespeicherung, Netzstabilisierung und Versorgungssicherheit.
Skalierung durch modulares Systemdesign für industrielle Großprojekte
Die neue Elektrolyseur-Plattform basiert auf einem vollständig modularen Systemdesign mit vormontierten und getesteten Standardmodulen. Im Unterschied zu vielen heutigen Wasserstoffprojekten soll dadurch der Bedarf an individueller Projektplanung deutlich sinken.
Die Elektrolyseure arbeiten mit einem Betriebsdruck von 15 bar, wodurch der Bedarf an zusätzlicher Wasserstoffkompression reduziert wird. Laut Nel verbessert dies die Energieeffizienz und senkt gleichzeitig den technischen Aufwand für Großanlagen.
Das System ist zudem für die Außenaufstellung ausgelegt, wodurch Infrastruktur- und Baukosten reduziert werden sollen.
Wasserstoff rückt strategisch stärker in den Fokus
Nel sieht die Nachfrage nach CO2-armem Wasserstoff vor allem in Industrieanwendungen wie Ammoniak- und Methanolproduktion, Raffinerien, der Stahlindustrie sowie bei nachhaltigen Flugkraftstoffen weiter steigen.
Gleichzeitig wachse weltweit die Bedeutung von Wasserstoff als Speicher- und Flexibilitätsoption für Energiesysteme mit hohem Anteil erneuerbarer Energien. Wasserstoff könne künftig eine größere Rolle bei Langzeitspeicherung, Netzstabilisierung und dezentraler Energieversorgung übernehmen. Nach Angaben des Unternehmens steigt zudem das Interesse an resilienten Energieinfrastrukturen und sicherheitsrelevanten Anwendungen.
Industrialisierung mit EU-Unterstützung am Standort Herøya
Parallel zur Markteinführung treibt Nel den Ausbau der Produktion am Standort Herøya voran. Nach einer Investitionsentscheidung Ende 2025 soll dort zunächst eine Produktionskapazität von bis zu 1 GW pro Jahr entstehen. Langfristig plant das Unternehmen einen Ausbau auf bis zu 4 GW jährlich.
Unterstützt wird die Industrialisierung durch Fördermittel des EU-Innovationsfonds von bis zu 135 Mio. Euro. Die Förderung deckt nach Unternehmensangaben bis zu 60 Prozent der förderfähigen Investitionskosten ab und soll die Markteinführung der Technologie beschleunigen.
© IWR, 2026
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