Ballard Power Systems steigert Umsatz im Q2 2026 um 15 Prozent und verbessert Bruttomarge auf 20 Prozent – Aktie unter Druck
© Ballard PowerVancouver (Kanada) – Ballard Power Systems hat im zweiten Quartal 2026 seine Bruttomarge das vierte Quartal in Folge verbessert und den Auftragsbestand deutlich ausgebaut. Der kanadische Wasserstoff-Spezialist treibt zugleich die bereits angekündigte Übernahme des britischen Anbieters GeoPura voran, durch die Ballard zu einem Energy-as-a-Service-Anbieter werden soll.
Der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren wird sich laut IEA bis 2030 von 415 auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln, angetrieben vor allem durch Künstliche Intelligenz. Weil der Ausbau von Kraftwerken und Stromnetzen laut Wood Mackenzie bis zu zehn Jahre dauern kann, setzen Rechenzentrumsbetreiber zunehmend auf eigene, vor Ort installierte Stromerzeugung, um schneller ans Netz zu gehen.
Bruttomarge steigt auf 20 Prozent – Umsatz legt um 15 Prozent zu
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Ballard einen Umsatz von 20,6 Millionen US-Dollar (Q2 2025: rund 17,9 Millionen US-Dollar), ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge verbesserte sich um 28 Prozentpunkte auf 20 Prozent, nach minus 8 Prozent im Vorjahresquartal. Das ist laut Ballard das vierte Quartal in Folge mit steigender Marge, getragen von Kosteneinsparungen, geringeren Fertigungsgemeinkosten nach der Restrukturierung von Juli 2025 sowie Anpassungen bei Garantie- und Lagerbestandsrückstellungen.
Das bereinigte EBITDA lag bei minus 9,8 Millionen US-Dollar (Q2 2025: minus 30,6 Millionen US-Dollar). Nach Segmenten wuchsen vor allem die stationäre Stromversorgung (plus 230 Prozent) und andere Anwendungen wie Lkw und Schifffahrt (plus 290 Prozent), während der Schienenverkehr um 43 Prozent einbrach; das Busgeschäft legte um 9 Prozent zu. Ballard bekräftigte das Ziel, bis Ende 2027 profitabel zu werden. Bei der Ankündigung der GeoPura-Übernahme im Juni war noch von einem Profitabilitätspfad bis 2028 die Rede.
Auftragsbestand wächst auf 157 Millionen US-Dollar
Der Auftragseingang lag im zweiten Quartal bei 64 Millionen US-Dollar und ließ den Auftragsbestand auf 156,6 Millionen US-Dollar steigen, ein Plus von 38,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Zuwachs resultiert unter anderem aus zuvor angekündigten Busaufträgen sowie einer mehrjährigen Liefervereinbarung über 154 Brennstoffzellen-Module an GeoPura. Das Zwölf-Monats-Auftragsbuch wuchs um 40,8 Prozent auf 74,4 Millionen US-Dollar. Der Cash-Bestand lag zum Quartalsende bei 502,1 Millionen US-Dollar, nach 550,0 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
GeoPura-Übernahme soll Ballards Geschäftsmodell erweitern
Die im Juni angekündigte Übernahme des britischen Wasserstoff-Anbieters GeoPura soll Ballards Geschäftsmodell erweitern. Ballard-CEO Marty Neese bekräftigte im Zusammenhang mit den Q2-Zahlen, dass die Kombination aus Ballards Brennstoffzellentechnologie und GeoPuras Energy-as-a-Service- und Wasserstoff-Genset-Modell neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen soll. GeoPuras HPUs zählen zu genau jenen dezentralen Lösungen, für die Wood Mackenzie zunehmende Nachfrage sieht.
Ballard-Aktie verliert in KW 31 fast 10 Prozent
Die im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelistete Ballard-Aktie stand in der letzten Woche unter Druck: Zwischen dem 24. und 31. Juli 2026 fiel der Kurs von 2,55 auf 2,30 Euro, das ist ein Minus von 9,8 Prozent. Im heutigen Handel hat die Aktie bislang um 0,7 Prozent auf 2,286 Euro weiter nachgegeben. Gegenüber dem Schlusskurs 2025 (2,18 Euro) notiert die Aktie damit derzeit bei einem Plus von knapp 5 Prozent.
© IWR, 2026
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03.08.2026
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