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China überschreitet 2.000 GW Wind- und Solarleistung - Kohleanteil fällt unter 50 Prozent

© Adobe Stock© Adobe StockPeking - China hat mit seiner installierten Wind- und Solarleistung bis Ende September 2026 erstmals die Marke von 2.000 GW überschritten. Während der Beitrag erneuerbarer Energien zur Stromversorgung weiter steigt, sinkt der Anteil der Kohleverstromung. Das zeigen aktuelle Daten der chinesischen Energiebehörde NEA.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien in China verändert zunehmend die Struktur der Stromversorgung. Erneuerbare Energien liefern inzwischen mehr als 40 Prozent der Stromerzeugung und tragen den größten Teil des zusätzlichen Erzeugungsvolumens. Parallel werden Speicher und Stromnetze ausgebaut, um die steigenden Wind- und Solarstrommengen besser zu integrieren.

Windleistung wächst um mehr als 20 Prozent - Solarzubau deutlich unter Vorjahr
Nach Angaben der National Energy Administration (NEA) erreichte die gesamte installierte Kraftwerksleistung Ende September in China rund 4.130 GW, 11,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon entfielen 1.310 GW auf die Photovoltaik und 700 GW auf die Windenergie. Die Solarleistung stieg gegenüber Ende September 2025 um rund 17 Prozent, die Windleistung um gut 20 Prozent. Beide Technologien stellen damit knapp 49 Prozent der gesamten Kraftwerkskapazität.

Von Januar bis September gingen 110,3 GW Photovoltaikleistung ans Netz, gegenüber 240,3 GW im Vorjahreszeitraum ein Rückgang um 54 Prozent. Der Windzubau blieb mit 60,7 GW nach 61,1 GW im Vorjahr nahezu stabil. Davon entfielen 58,2 GW auf Onshore- und 2,5 GW auf Offshore-Anlagen.

Der Solarvergleich ist durch das außergewöhnlich starke Vorjahr geprägt. Seit Juni 2025 gelten für neue Wind- und Solaranlagen in China veränderte Regeln zur Stromvermarktung und Preisabsicherung. Der Stichtag setzte Anreize für vorgezogene Inbetriebnahmen. Welcher Anteil des Rückgangs 2026 auf Vorzieheffekte im Vorjahr entfällt, ist aus den Statistiken nicht abzuleiten.

Die Dimension des chinesischen Ausbaus zeigt der Vergleich mit Deutschland: Ende September 2026 waren in China mit 700 GW mehr als achtmal so viel Windenergieleistung installiert wie in Deutschland. Nach der IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur lag die deutsche Windkraftleistung einschließlich Offshore-Anlagen bei rund 82,9 GW. Bei der Photovoltaik ist der Abstand noch größer: China erreichte 1.310 GW, Deutschland rund 130,9 GW. Die chinesische Solarleistung liegt damit rechnerisch beim Zehnfachen der deutschen Leistung, wobei die Angaben auf unterschiedlichen Leistungsdefinitionen beruhen.

Erneuerbare erzeugen 3.130 TWh - Kohleverstromung verliert an Gewicht
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in China stieg in den ersten neun Monaten nach NEA-Angaben um rund 8 Prozent auf 3.130 TWh. Ihr Anteil an der gesamten Erzeugung erreichte 41,8 Prozent. Auf erneuerbare Energien entfielen 87,5 Prozent des zusätzlichen Stromerzeugungsvolumens gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Wind- und Solaranlagen produzierten zusammen rund 1.920 TWh, etwa 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit entfielen gut 61 Prozent der gesamten erneuerbaren Stromerzeugung auf diese beiden Technologien. Die Photovoltaik steuerte 1.064,2 TWh bei und lag damit vor der Wasserkraft mit 1.033,9 TWh. Auf Windenergie entfielen 855,4 TWh und auf Biomasse rund 173 TWh.

Während die erneuerbaren Energien ihren Beitrag zur chinesischen Stromversorgung ausweiten, verliert die Kohle im Strommix an Bedeutung. Bereits im ersten Halbjahr 2026 fiel der Anteil der Kohleverstromung nach Angaben der NEA erstmals unter 50 Prozent und sank bis Ende September weiter auf 49,1 Prozent.

China baut Speicherleistung auf 167 GW aus - Abregelungsanteile steigen
Mit dem steigenden Anteil von Wind- und Solarstrom wachsen die Herausforderungen bei der Netzintegration. Nach NEA-Angaben lag die Nutzungsquote in den ersten neun Monaten 2026 bei Windenergie bei 92,1 Prozent und bei Photovoltaik bei 93,1 Prozent. Rechnerisch entspricht dies Abregelungsanteilen von 7,9 beziehungsweise 6,9 Prozent des möglichen Stromertrags. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Nutzungsquoten um 1,9 beziehungsweise 1,6 Prozentpunkte.

Eine Untersuchung des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) und von Global Energy Monitor (GEM) für das erste Halbjahr 2026 kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass die tatsächlichen Abregelungsverluste höher liegen als in der offiziellen Statistik ausgewiesen. Die Untersuchung berücksichtigt auch Strommengen, die von der chinesischen Erfassung nicht vollständig abgedeckt werden.

China treibt parallel den Speicherausbau voran, um überschüssigen Wind- und Solarstrom aufzunehmen und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Ende September waren neue Energiespeicher mit 167 GW Leistung und 435 GWh Speicherkapazität installiert. Gegenüber September 2025 stieg die installierte Speicherleistung um 63 Prozent.

© IWR, 2026


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30.10.2026

 



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