Windenergie Ausbau: BDEW und BWE legen Vorschlag für Habitatpotenzialanalyse vor
Berlin - Windenergieprojekte scheitern oft an unklaren oder fehlenden Vorgaben im Artenschutzrecht. So fehlt es beispielsweise bislang an einer Umsetzung der sogenannten Habitatpotenzialanalyse.
Mit diesem Instrument soll geprüft werden, ob durch den Betrieb von Windenergieanlagen in der Nähe von Brutplätzen von Vögeln Anhaltspunkte für ein signifikant erhöhtes Tötungs- und Verletzungsrisiko von kollisionsgefährdeten Arten vorliegen können, weil die Vögel am geplanten Standort der Anlage möglicherweise nach Nahrung suchen werden.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserswirtschaft (BDEW) und der Bundesverband Windenergie (BWE) haben nun ein Konzept für eine praxistaugliche Habitatpotenzialanalyse ausgearbeitet. Ziel ist es, Genehmigungsbehörden und Vorhabenträger darin zu unterstützen, klare, schnelle und fachgerechte Entscheidungen zu treffen. Im Mittelpunkt der vorgeschlagenen Methodik steht die Eignung der umliegenden Flächen als Nahrungshabitat der Vögel.
Der Vorschlag fußt nach Angaben der beiden Verbände auf den vom Bundestag eingebrachten Kriterien und ist methodisch fachgerecht und zielwirksam umgesetzt im Sinne der Erfordernisse von erneuerbarer Stromproduktion und Vogelschutz. Gleichzeitig unterstützt das Instrument Genehmigungsbehörden durch klare Vorgaben dabei, Entscheidungen schneller und sachgerechter zu treffen.
Dazu werden die Möglichkeiten zur Nahrungssuche am geplanten Standort der Windenergieanlage mit denen in der übrigen Umgebung des Brutplatzes verglichen. So kann bewertet werden, wie wahrscheinlich es ist, dass die Tiere die Fläche zur Nahrungssuche nutzen und durch den Betrieb der Anlage tatsächlich gefährdet werden.
Aus Sicht von BDEW und BWE ist eine solche gezielte Prüfung der Gegebenheiten vor Ort deutlich sinnvoller als ein pauschaler Flächenausschluss von beispielsweise Ackerflächen.
„Eine praxistaugliche Habitatpotenzialanalyse ist ein wichtiges Instrument, um Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen zu beschleunigen und gleichzeitig gefährdete Vogelarten zu schützen. Die Einführung der Habitatpotenzialanalyse muss den übergeordneten Zielen der Vereinfachung, Vereinheitlichung und Beschleunigung von artenschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren gerecht werden“, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. „Der gemeinsame Vorschlag von BWE und BDEW zur Habitatpotenzialanalyse leistet einen Beitrag dazu, die verfügbare Flächenkulisse zu vergrößern, weil Flächen nicht pauschal ausgeschlossen, sondern differenziert betrachtet und verglichen werden wie attraktiv diese als Nahrungshabitate für windenergiesensible Vögel sind, ergänzt BWE-Präsident Hermann Albers.
© IWR, 2026
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