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Aktuelle Forschungsthemen im Windenergiesektor

Die Forschungsthemen auf dem Gebiet der Windenergie decken ein breites Spektrum ab. Zentrale Oberthemen sind technische Fragestellungen zur Neu- und Weiterentwicklung von Multi-Megawattanlagen sowie vor dem Hintergrund der Energiewende die Erschließung von Kostensenkungspotenzialen. Im Fokus stehen außerdem die Erhöhung der spezifischen Erträge sowie eine weitere Steigerung der technischen Zuverlässigkeit und die Netzintegration.

Im Zuge des anhaltenden Anlagenupscalings wächst angesichts der hohen Installationskosten die Bedeutung zur Reduzierung von Gewicht und Größe der Anlagen- und Anlagenkomponenten. Bei der Offshore-Windenergie bilden ökologische Fragestellungen im Zusammenhang mit der schalloptimierten und kostengünstigen Gründung von Offshore-Windkraftanlagen weiterhin ein wichtiges Forschungsthema.

 

Struktur der Windenergie-Forschung in Deutschland

In Deutschland ist eine große Zahl an Hochschuleinrichtungen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Windenergieforschung tätig. Dabei weist die regionale Struktur eine heterogene Verteilung der Forschungseinrichtungen über das gesamte Bundesgebiet auf. Innerhalb der regionalen Verteilung der Forschungseinrichtungen in Deutschland sind vier Kerncluster erkennbar. Im Norden liegt der Fokus auf Aktivitäten im Bereich Windphysik, Aerodynamik und Offshore-Windenergie. Im Westen befinden sich dagegen vor allem Forschungsstandorte mit Know-how aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Energiewirtschaft.

 

Übersichtskarte Titel Forschungsstandorte Windenergie 650 736

 

Forschungskarte Windenergie - regionale Verteilung der Forschungsstandorte in Deutschland (Quelle: IWR, Daten: IWR-Windforschungskataster)

 

In den letzten Jahren hat sich auf dem Forschungssektor aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks auf internationaler Ebene der Trend zur Bündelung von Forschungs-Kompetenzen verstärkt. Dabei kommt auch den neuen Test- und Prüfeinrichtungen eine wichtige Funktion an der Schnittstelle zwischen Industrie und Forschung zu. Zu diesen Einrichtungen gehören u.a. das 2014 eröffnete Testzentrum Tragstrukturen Hannover sowie die neuen Gondelprüfstände in Aachen und Bremerhaven, die eine Simulation des realen Betriebsverhaltens von Anlagen und Komponenten im Zeitraffer ermöglichen.

 

Entwicklung der Windenergie-Forschung: Anlagentechnik und Offshore-Windenergie

Zu den zentralen Forschungsbereichen auf Bundesebene zählten in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre die Themen Anlagen- und Komponententechnik sowie Netze. Ab dem Jahr 2001 gewinnt die Forschung im Bereich der Offshore-Windenergie zunehmend an Bedeutung und macht in den Jahren 2004 und 2005 fast 50 Prozent des jährlichen Forschungsbudgets des Bundes aus. Erforscht wurden neben Anlagen aus dem mittleren Leistungsbereich sowie offshoretauglichen Groß-Windkraftanlagen u.a. Fragen zum Bau und zur Gründung von Offshore-WEA oder die Bewertung verschiedener Fundamenttypen.

 

Forschungs-Verzeichnis Windenergie

 

Aktuelle Forschungs-News rund um die Windenergie

Pressemitteilungen

av Panorama 03 MI 2010 250 200Mit dem Testfeld alpha ventus ist im April 2010 der erste deutsche Hochsee-Windpark offiziell in Betrieb gegangen. Das Projekt geht zurück auf die Offshore-Stiftung, die von Anfang das Ziel zur Bündelung von Know-how und Investoren verfolgt hat, um ein Offshore-Testfeld zu errichten und zu demonstrieren, dass eine kommerzielle Nutzung der Offshore-Windenergie möglich ist. Der Standort von alpha ventus befindet sich ca. 45 km nördlich der Insel Borkum. Insgesamt 12 WEA der Hersteller Adwen (vorher AREVA) und REpower mit einer Leistung von jeweils 5 MW wurden errichtet, so dass sich eine kumulierte Gesamtleistung von 60 MW ergibt. Bislang hat alpha ventus von 2011 bis 2014 knapp 1 Mrd. kWh Strom erzeugt. Die durchschnittliche jährliche Stromproduktion liegt bei knapp 250 Mio. kWh und übersteigt die Prognose um etwa sieben Prozent.


Ziel von alpha ventus ist es, durch Praxistests und -analysen Grundlagenwissen für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland zu sammeln. So wurden die Anlagen auf unterschiedlichen Fundamenttypen errichtet. Während bei den 6 Adwen(AREVA)-WEA Tripod-Gründungen zum Einsatz kommen, wurden die 6 REpower-Anlagen auf Jacket-Fundamenten errichtet. In der Bauphase konnten außerdem wichtige Erkenntnisse über die Auswirkungen und den Umgang mit ungünstigen Witterungsbedingungen gewonnen werden.


Von Bedeutung sind auch die Ergebnisse im Rahmen der umfangreichen Begleitforschung. Im Zentrum der begleitenden Forschung steht die Forschungsinitiative RAVE (Research at alpha ventus).

Die Forschungsinitative RAVE (Research at alpha ventus) geht zurück auf einen Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2002. RAVE wurde als Begleitforschungsprojekt des Offshore-Testfeldes alpha ventus durch das Bundesumweltministerium gestartet. 

RAVE umfasst knapp 30 verschiedene Teilprojekte in folgenden Schwerpunktbereichen:

  • Betrieb und Koordination (4 Teilprojekte)
  • Messtechnik (1 Teilprojekt)
  • Gründungs- und Tragstrukturen (2 Teilprojekte)
  • Anlagentechnik und Monitoring (10 Teilprojekte)
  • Netzintegration (1 Teilprojekt)
  • Ökologie und Sicherheit (8 Teilprojekte)

Die zentrale Koordination des Verbundprojektes erfolgt durch das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) mit Sitz in Kassel und Bremerhaven. Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Einrichtungen, Institute und Unternehmen an den RAVE-Projekten beteiligt. Dazu gehören z.B. das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), das Forschungszentrum ForWind, die Universitäten Hannover und Stuttgart oder die WEA-Hersteller Adwen und Senvion.

Um wichtige Daten für die Nutzung von Offshore-WEA zu erheben, wurden in der Nord- und Ostsee die drei Forschungsplattformen FINO 1-3 errichtet. Ziel ist es, v.a. das Wissen über die meteorologischen und hydrologischen Bedingungen auf hoher See sowie die ökologischen Auswirkungen der Offshore-Windenergie zu verbessern. Die Daten sollen zu einer optimierten Betriebsführung von Offshore-WEA zu beitragen.

FINO 1

Seit 200Fino1 280 2003 werden auf der Nordsee-Plattform FINO 1 Forschungsdaten erfasst. Der Standort der Plattform befindet sich ca. 1,45 km nördlich von Borkum in der Nähe des Offshore-Testfeldes alpha ventus. Der Betrieb von FINO 1 erfolgt derzeit durch das Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH (FuE-Zentrum FH Kiel GmbH). Auf FINO 1 werden Daten zu den Themenfeldern Meteorologie, Hydrologie und Ökologie erhoben. Dabei handelt es sich u.a. um Daten über Windgeschwindigkeiten, Temperaturen, Salzgehalt des Wassers und der Luft, Meeresströmungen, Vogelzüge und Schallimmissionen. Die langjährigen Messreihen liefern wichtige Daten für den Betrieb von Offshore-Windparks.

FINO 2

Die Forschungsplattform FINO 2 befindet sich in der Ostsee rd. 39 km vor Rügen. Zuständig für den Betrieb ist das Schiffahrtsinstitut Warnemünde. Neben Fragestellungen aus den Bereichen Meteorologie und Ökologie stellen Untersuchungen zu den Wechselwirkungen zwischen Offshore-Bauwerken und der Seeschifffahrt einen Forschungsschwerpunkt von FINO 2 dar.

FINO 3

Fino 3 phoca thumb l fino3 offshore mastbau 20100413 1495060167Der Standort der 2009 errichteten Forschungsplattform FINO 3 liegt in der Nordsee, rd. 80 km westlich vor Sylt in der Nähe des Offshore-Windparks Dan Tysk. Betrieben wird die Plattform vom FuE-Zentrum FH Kiel GmbH. Ein Fokus der Forschungen liegt in der Analyse der ökologischen Auswirkungen von Offshore-Windenergieanlagen auf den Vogelzug sowie die Bedeutung des Themas Schallschutz für die Meeresfauna. Zu den weiteren Forschungsschwerpunkten zählen wie bei FINO 1 meteorologische und hydrologische Themen.

Windforschung – Wissen schaffen für die Energie von morgen

Die Forschung zur Windenergie ist ein zentraler Bestandteil der Energiewende. Sie liefert die wissenschaftlichen Grundlagen und technischen Innovationen, um Windkraftanlagen effizienter, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher zu machen. Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Industrie und Verbünde arbeiten dabei an Fragen der Anlagentechnik, der Windfeldanalyse, der Netz‑ und Systemintegration sowie an ökologischen und sozialen Aspekten der Windenergienutzung .

Ein Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Weiterentwicklung von Turbinen, Tragstrukturen und Steuerungssystemen sowie auf der verbesserten Vorhersage von Windverhältnissen und Betriebsabläufen. Weitere Themen sind die Kostenreduktion über Lebensdauer und Fertigung, die Integration großer Windenergiemengen in Stromnetze und die Akzeptanz in Bevölkerung und Politik .

In Deutschland sind zahlreiche Institute und Verbünde aktiv, die unterschiedliche Forschungsfelder abdecken. Dazu gehören beispielsweise:

Forschungsnetzwerke und große Verbünde

  • Forschungsnetzwerk ForWind – Zentrum für Windenergieforschung (Universitäten Oldenburg, Hannover, Bremen) – bündelt Windenergie‑Forschung an mehreren Hochschulen und deckt ein breites Spektrum wissenschaftlicher Themen ab

  • WindForS – Windenergie Forschungscluster (Netzwerk aus über 25 Forschungsgruppen an sieben Universitäten und Forschungseinrichtungen in Süddeutschland)

  • Forschungsverbund Windenergie (FVWE) – Kooperation von ForWind, Fraunhofer IWES und dem Deutschen Zentrum für Luft‑ und Raumfahrt (DLR) mit rund 600 Forschenden

Institutionelle Forschungseinrichtungen

  • Fraunhofer‑Institut für Windenergie‑Systeme (IWES) – gehört zum Forschungsverbund Erneuerbare Energien, forscht zu technologischen Entwicklungen, Prüfverfahren, Messtechnik und Systemintegration

  • Deutsches Zentrum für Luft‑ und Raumfahrt (DLR e. V.) – verschiedene Institute mit Forschungsaktivitäten zur Windenergie, u. a. Windfeld‑ und Systemforschung, Aerodynamik und Netzintegration

  • FuE Zentrum FH Kiel GmbH – Forschungseinrichtung an der Fachhochschule Kiel mit Aktivitäten in Windenergieprojekten

Weitere relevante Forschungsakteure

  • Kompetenzzentrum Wind@BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und ‑prüfung, BAM) – forscht zu Sicherheit, Materialverhalten und Struktureigenschaften von Windenergieanlagen

  • Zentrum für Sonnenenergie‑ und Wasserstoff‑Forschung Baden‑Württemberg (ZSW) – betreibt Forschung im Bereich Windenergie‑Technologien, z. B. Testfeld WINSENT und Prognose‑Methoden

Die Ergebnisse der Windforschung fließen direkt in die Entwicklung neuer Technologien, in die Optimierung bestehender Anlagen und in politische Handlungsempfehlungen ein. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur sicheren, nachhaltigen und wirtschaftlichen Nutzung der Windenergie – national wie international.

 

Fraunhofer IWES

Fraunhofer IWES 224 112

 

Fraunhofer IWES | Am Seedeich 45 | 27572 Bremerhaven


ForWind

 

ForWind GmbH | Marie-Curie-Straße 1 | 26129 Oldenburg


DLR e.V.

 

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) | Linder Höhe | 51147 Köln


WindForS

 

WindForS - Windenergie-Forschungscluster |
c/o Universität Stuttgart | Allmandring 5B | 70659 Stuttgart


   

FuE Zentrum FH Kiel

 

FuE Zentrum FH Kiel GmbH | Schwentinestr. 24 | 24149 Kiel

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