Strom: Deutschland verfehlt 2025 knapp die Marke von 10.000 MW Offshore-Windkraftleistung
© VestasMünster – Die Offshore-Windenergie in Deutschland hat im Jahr 2025 nicht wie erwartet zulegen können. Im abgelaufenen Jahr sind insgesamt 24 Offshore-Windturbinen mit einer Leistung von 291 MW in Betrieb gegangen. Das geht aus einer Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA) durch das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) hervor (Stand: 04.01.2026).
Der Ausbau der Offshore-Windenergie verläuft 2025 ohne erkennbare Dynamik. Die im Bau befindlichen Offshore-Windparks He Dreiht und Borkum Riffgrund 3 konnten nicht wie geplant vollständig ans Netz gehen. Die Marke von 10.000 MW Offshore-Windkraftleistung wird voraussichtlich erst 2026 überschritten.
Offshore-Zubau 2025 unter den Erwartungen – Marke von 10.000 MW Gesamtleistung knapp verfehlt
Ende 2025 sind in Deutschland insgesamt 1.661 (2024: 1.637) Offshore-Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 9.506 MW (2024: 9.215 MW) in Betrieb. Der Zuwachs von 24 Offshore-Windturbinen mit 291 MW liegt deutlich unter den Erwartungen. Ursprünglich war geplant, dass die beiden großen Offshore-Windparks He Dreiht (960 MW) und Borkum Riffgrund 3 (913 MW) 2025 mit einer Gesamtleistung von fast 1.900 MW vollständig ans Netz gehen.
Die Stromerzeugung aus Offshore-Windenergie stieg 2025 nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber (Stand: 08.01.2026) auf 26,1 Mrd. kWh (2024: 25,6 Mrd. kWh). Das bisherige Allzeithoch lag 2020 bei 26,9 Mrd. kWh Offshore Windstrom.
Inbetriebnahme der Offshore-Windparks He Dreiht und Borkum Riffgrund 3 verzögert sich 2025
Im Offshore-Windpark He Dreiht waren Ende November 2025 laut EnBW 27 der 64 Offshore-Windturbinen vom Typ Vestas V236-15.0 MW installiert. Die erste Anlage ging am 26. November 2025 ans Netz und liefert seitdem Strom. Bis Jahresende waren weitere drei Turbinen in Betrieb. Nach vollständiger Inbetriebnahme 2026 wird der Windpark jährlich rund 3,6 Milliarden kWh Strom erzeugen, der über langfristige Direktverträge vermarktet wird.
Im Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3 von Ørsted sind alle 83 Windturbinen vom Typ Siemens Gamesa SG 11.0-200 DD bereits installiert. Die erste Turbine lieferte am 03.12.2025 Strom; aktuell sind 20 Turbinen (je 11,55 MW) mit einer Gesamtleistung von 231 MW in Betrieb. Ørsted gibt die erwartete Jahresstromerzeugung nicht offiziell an. Unter Annahme derselben Volllastbenutzungsstunden wie bei He Dreiht sind rund 3,4 Milliarden kWh jährlich zu erwarten, der Strom wird ebenfalls über langfristige Direktverträge vermarktet.
Beide Windparks hatten in den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur ein Null-Cent-Gebot abgegeben, das heißt, sie kommen ohne staatliche Förderung und ohne EEG-Regime aus.
Ausblick 2026: Offshore-Windkraftleistung steigt um knapp 2.000 MW
Für 2026 ist bisher die Inbetriebnahme des Offshore-Windparks Windanker von Iberdrola in der Ostsee geplant. Zum Einsatz kommen 20 Vestas-Turbinen der 15-MW-Klasse (V236-15.0 MW) mit einer Gesamtleistung von 300 MW.
Unter Berücksichtigung der vollständigen Inbetriebnahme von He Dreiht und Borkum Riffgrund 3 könnte die installierte Offshore-Windkraftleistung in Deutschland Ende 2026 dann auf rund 11.500 MW steigen.
© IWR, 2026
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