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EnBW: Windservice-Spezialisten gekauft - Offshore-Anteile verkauft?

Karlsruhe/Frankfurt/London – Für den Energieversorger EnBW aus Karlsruhe liegen zwei Neuigkeiten aus dem Windenergiesektor vor. Im Bereich Onshore-Windkraft hat das Unternehmen einen dänischen Serivce-Dienstleister erworben. Im Offshore-Windbereich soll der Konzern zudem einen dicken Projektanteil für einen geplanten Nordsee-Windpark verkauft haben.

Mit dem Kauf des herstellerunabhängigen Dienstleisters Connected Wind Services (CWS) mit Firmensitz in Dänemark setzt EnBW nach eigenen Angaben ein weiteres Zeichen, den Ausbau des Geschäftsfelds erneuerbare Energien konsequent voranzutreiben. Damit steigt EnBW schlagartig zu einem bedeutenden Akteur im stark wachsenden Bereich der Wartung und Instandhaltung von Windenergieanlagen auf. Zudem hat sich Kanadas Pipelinebetreiber Enbridge 49,9 Prozent der Anteile des EnBW Offshore Projekts "Hohe See" unter den Nagel gerissen.

Onshore: Win-Win-Situation durch Übernahme von Connected Wind Services

Durch die Kooperation mit CWS sollen insbesondere neue Kundenpotentiale in Nordeuropa und Deutschland erschlossen werden und gleichzeitig das Portfolio zum Komplettanbieter ausgebaut werden. Der dänische Private Equity Fonds, Polaris Private Equity, und Mehrheitseigentümer von CWS unterzeichnete gemeinsam den Kaufvertrag. Über den Kaufpreis wurde allerdings Stillschweigen vereinbart. Geplanter Vollzug der Übernahme ist für das letzte Quartal 2016 erwartet, wobei CWS als eigenständige Marke erhalten bleibt. Mit Service-Teams in Dänemark, Schweden und Deutschland zählt CWS nach Darstellung von EnBW zu den führenden unabhängigen Dienstleistern für Windkraftanlagen-Instandhaltung in Europa und bietet eine hervorragende Ausgangsposition für weiteres künftiges Wachstum mit EnBW. CWS wird dabei als eigenständige Marke erhalten bleiben und mit den Aktivitäten der EnBW zum weiteren Ausbau der Windenergie verzahnt.

Dr. Hans-Josef Zimmer, Vorstand Technik der EnBW: „Mit 336 Megawatt Offshore in Betrieb, über 1.600 Megawatt genehmigte Offshorekapazität und einer gesicherten Onshorepipeline von rund 1.100 Megawatt sind wir beim Ausbau unserer Erneuerbaren Energien auf gutem Weg. Wir sind seit Jahren erfolgreich im Planen, Bauen und Betreiben von Windenergieanlagen. Dieses Leistungsspektrum erweitern wir jetzt um die Instandhaltung und Wartung. Denn wir wollen weiter – und schneller - wachsen. CWS eröffnet uns dabei die Möglichkeit, auch in neuen Märkten eine aktive Rolle zu spielen.“

Medien: Verkauf von Offshore-Projektanteilen

Zudem berichteten verschiedene Medien, dass der kanadische Pipeline-Betreiber Enbridge den Zuschlag für 49,9 Prozent der Anteile an dem von EnBW geplanten Offshore-Windpark Hohe See erworben habe. Eine Bestätigung von EnBW hierzu liegt nicht vor. Den Berichten zufolge habe sich Enbridge gegen den australischen Investor Macquire durchsetzen können. EnBW plant, 90 km nördlich von Borkum und 100 km nordwestlich von Helgoland, diesen Nordsee-Windpark mit 71 Siemens-Anlagen der 7-MW-Klasse. Die finale Bau-und Investitionsentscheidung für den 497 MW großen Meeres-Windpark Projekt soll Ende 2016 getroffen werden.

© IWR, 2016

04.08.2016