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Rekord-Hurrikan trifft auf Europa

Offenbach/Münster – Über dem Atlantik hat der Hurrikan Ophelia die Kategorie drei erreicht. Noch nie hat ein Hurrikan so weit östlich eine solche Kraft erreicht. Ophelia wird im Laufe des Tages auf Irland treffen.

Im Ostatlantik wurde der Hurrikan Ophelia zu einem Hurrikan der Kategorie drei der fünfstufigen Skala hochgestuft. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Ophelia wird im Lauf des heutigen Montags in abgeschwächter Form auf die Küste von Irland treffen.

Ophalia zum schweren Hurrikan hochgestuft

Am Samstag (14.10.2017) erreichte Ophelia in der Nähe der Azoren im Atlantik mittlere Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometern pro Stunde (km/h) und Böen von über 200 km/h. Der Hurrikan wurde damit in die Kategorie drei der fünfteiligen Saffir-Simpson-Skala eingestuft und erlangte den Status eines „major hurricane“, eines schweren Hurrikans.

Noch nie hat ein Hurrikan so weit östlich auf dem Atlantik die Kategorie drei erreicht. Der bisherige Rekordhalter Frances hat sich 1980 auf 29,8 Grad West etwas mehr als drei Grad weiter westlich zum schweren Hurrikan verstärkt.

Ophelia trifft als schwerer Sturm auf Irland

Auf dem weiteren Weg nach Nordosten schwächt sich der Hurrikane bis zum Montagmorgen jedoch allmählich zu einem außertropischen Orkantief ab, was jedoch wenig Einfluss auf die hohen Windgeschwindigkeiten hat. Besonders für die Südküste Irlands wird am Montagnachmittag ein schwerer Sturm erwartet, wenn Ophelia dort an Land trifft. Es werden Windgeschwindigkeiten von zeitweise über 80 km/h und die Orkanböen über 130 km/h, direkt an der Küste auch über 150 km/h erwartet. Durch die rasche Verlagerung des Orkantiefs kommt es auf der Insel jedoch nicht zu größeren Regenmengen, die sonst häufig eine Begleiterscheinung im Zusammenhang mit Hurrikanen auftreten.

Die direkten Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland sind durch die Abschwächung und die nördliche Zugbahn nur gering. Am Dienstag frischt der Südwest- bis Westwind an der Nordsee und im Norden Schleswig-Holsteins zwar auf, mehr als Windböen oder einzelne stürmische Böen sind aber nicht zu erwarten.

Ungewöhnliche Bedingungen treiben Ophelia nach Europa

Hurrikans bilden sich über dem Atlantik im Spätsommer oder Herbst häufig in der Passatwindzone. Darin herrscht in der Höhe östlicher Wind, sodass die meisten Hurrikans dann nach Westen ziehen. Ophelia liegt bei etwa 30 Grad nördlicher Breite allerdings ungewöhnlich weit nördlich. Die Wassertemperaturen sind in dieser Region zurzeit etwa um etwa ein Grad Celsius zu warm. Im Zusammenspiel mit ungewöhnlich kalter Luft in der Höhe und Wassertemperaturen von 26 bis 27 Grad Celsius wurde so aber gerade genug Energie bereitgestellt, dass sich Ophelia zu einem Hurrikan entwickeln konnte. Da in diesen Breiten jedoch keine Passatwinde mehr vorherrschen, wurde Ophelia von der kräftigen west- bis südwestlichen Höhenströmung der Westwinddrift eingefangen und zieht nach Nordosten Richtung Europa.

© IWR, 2017


16.10.2017