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Umfrage: Optimismus bei Erneuerbaren Energien bleibt trotz verschleppter Reformen

© Dagmar Jensen© Dagmar JensenHusum/Kiel - Die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH) und der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE SH) haben eine Umfrage unter Firmen und Mitgliedern durchgeführt. Trotz politischer Belastungsfaktoren fällt das Ergebnis positiv aus.

EE.SH und der LEE SH haben in ihrem Firmen-Netzwerk bzw. unter ihren Mitgliedern eine Umfrage gestartet, und sie nach den Perspektiven für die Regenerative Energiewirtschaft in Schleswig-Holstein befragt. Insgesamt blicken die Unternehmen trotz der aktuellen Belastungsfaktoren positiv auf die weitere Entwicklung. Gefragt und gefordert ist aber auch eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen, u.a. bei den Themen Windenergie und grüner Wasserstoff.

Umfrage zeigt Stabilität der Branche
Trotz der Corona-Pandemie, trotz weiterhin schleppenden Ausbaus der Windenergie blicken nach der Umfrage von EE.SH und LEE SH rd. zwei Drittel von 104 Befragten der Branche positiv auf die Zukunftsaussichten für die Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein. Die besten Zukunftschancen sehen 54 Prozent der Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, beim Thema Wasserstoff. In diesen Bereich und auf dem Themenfeld Digitalisierung wollen die meisten der Umfrageteilnehmer investieren, 44 Prozent von ihnen sogar über 100.000 Euro. Knapp die Hälfte will neue Mitarbeiter*innen einstellen. Immerhin 7 Prozent der Umfrageteilnehmer gibt an, Entlassungen vornehmen zu müssen.

Hinsichtlich der Energiespartenstruktur überwiegt die Windenergie, in der nach Angaben der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen / Einrichtungen über die Hälfte (56 Prozent) tätig ist. Die übrigen Unternehmen sind in der Bio- und Solarenergie und in den mit regenerativen Energien verbundenen Dienstleistungsbereichen aktiv.

EE.SH und LEE SH nehmen Landes- und Bundesregierung in die Pflicht
Aus Sicht von EE.SH-Projektleiter Axel Wiese könnte eine leicht verbesserte Situation beim Ausbau der Windenergie die insgesamt optimistische Bewertung der Zukunftsaussichten stützten: „Dass die Landesregierung in diesem Jahr bereits 77 Ausnahmegenehmigungen für den Bau neuer Windenergieanlagen erteilt hat, mehr als im gesamten Vorjahr mit nur 59 Genehmigungen, hat sicher zu der positiven Stimmung beigetragen“, so Wiese. Das Ergebnis der Umfrage sei insofern ein Lob an die Landesregierung, aber auch eine Verpflichtung. Denn auf die Frage, was die Firmen an Investitionen hindere, antwortete die Mehrheit, dass es an den politischen Rahmenbedingungen liege. EE.SH und LEE SH appellieren deshalb an die Landesregierung, die neuen Windenergie-Regionalpläne wie versprochen zum Jahresende abzuschließen und keinesfalls das Moratorium, das den Neubau von Windparks - abgesehen von Ausnahmegenehmigungen – verhindert, zu verlängern.

Reinhard Christiansen, Vorstandsmitglied des LEE SH, fordert zudem, dass endlich auf Bundesebene etwas passiert. „Wir wissen seit Jahren, dass Wasserstoff für die Wärmewende und die Mobilitätswende sorgen kann, aber es muss grüner Wasserstoff sein, hergestellt mit erneuerbaren Energien“, so Christiansen. Damit das wirtschaftlich funktioniere, müsse endlich die Doppelbesteuerung von Energiespeichern weg. Die Branche fordere bereits seit Langem eine umfassende Reform des Erneuerbare-Energie-Gesetzes und des Energiewirtschaftsgesetzes, Vorschläge und Gutachten dazu wurden vom LEE SH und anderen Branchenverbänden bereits vorgelegt. Dass sich die Unternehmen trotz der verschleppten Reformen nicht entmutigen lassen, sondern positiv in die Zukunft blicken und zum Teil sogar Neueinstellungen planen, zeige, dass die Erneuerbare-Energien-Branche ein Stabilitätsanker der Wirtschaft in Schleswig-Holstein ist, fasst Christiansen zusammen.

© IWR, 2020


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25.08.2020

 



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