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Windenergie: Fast 40 Prozent mehr Windstrom im Januar 2022 in Deutschland

© Fotolia/Adobe© Fotolia/AdobeMünster – Die Windkraftanlagen in Deutschland haben im Januar 2022 deutlich mehr Windstrom produziert als im Vorjahr. Mit einer Produktion von rund 16 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) wurde zudem ein neuer Januar-Monatsrekord aufgestellt.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes DWD ist der Januar 2022 frühlingshaft gestartet und war im Vergleich zum langjährigen Mittel um 3,3 Grad zu warm. Die hohe Windstromproduktion in Deutschland ab der zweiten Monatshälfte führte im Vergleich zu den Nachbarländern zu deutlich niedrigeren Börsen-Strompreisen. Das geht aus einer ersten Auswertung von Daten der europäischen Netzbetreiber durch das IWR hervor (Datenstand: 10.02.2022).

Deutschland: Windstrom-Erzeugung steigt im Januar 2022 um fast 40 Prozent
Die Windenergie in Deutschland hat nach den aktuell vorliegenden Daten der europäischen Netzbetreiber im Januar 2022 einen neuen Produktions-Rekordwert für einen Monat Januar erreicht. Insgesamt 16 Mrd. kWh Strom (Jan 2021: 11,5 Mrd. kWh) wurden in die deutschen Stromnetze eingespeist. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr 2021 um insgesamt 39,1 Prozent.

Die Stromeinspeisung aus Windenergie an Land kletterte im Januar 2022 auf 12,9 Mrd. kWh (2021: 9,2 Mrd. kWh) und damit um 40,2 Prozent. Die deutschen Offshore-Windkraftanlagen speisten mit 3,1 Mrd. kWh knapp 35 Prozent mehr Strom ein als im Vorjahresmonat (2021: 2,3 Mrd. kWh).

Rekordstrompreise in Frankreich und der Schweiz seit Dezember - Windenergie dämpft Börsen-Strompreise in Deutschland
In ganz Europa sind die Großhandelspreise seit Dezember 20221 geradezu explodiert. Ursache ist ein massiver Ausfall französischer Atomkraftwerke vor Weihnachten. Zeitweise waren mehr als 15, d.h. 30 Prozent, der 56 französischen Atomkraftwerke wegen aufgedeckter technischer Qualitätsmängel bei den AKW-Kontrollen sowie wegen Wartungsverzögerungen auf Grund von Covid-19 nicht verfügbar und abgeschaltet.

So musste Frankreich im Dezember 2021 teils bis an die Grenze der technischen Möglichkeiten von seinen Nachbarländern Strom importieren, auch aus Deutschland. Die Strompreise an der Börse im Tageshandel für das Marktgebiet Frankreich stiegen im Dezember 2021 auf 27,5 ct/kWh, das ist 24 Prozent mehr als in Deutschland (22,1 ct/kWh). Noch teurer war der Strom in der Schweiz (28,2 ct/kWh). Auch in Österreich (25,0) und in den Niederlanden (23,8 ct/kWh) musste mehr für Strom bezahlt werden als in Deutschland.

Strommangel in Frankreich: EDF senkt Prognose für französische Atomstrom-Produktion 2022
Im Januar 2022 teilte der französische Energieversorger EDF mit, dass nach den unverhofften AKW-Ausfällen die Jahresprognose für die Atomstromproduktion nicht zu halten ist. Derzeit geht EDF von einem Rückgang der AKW-Stromerzeugung um rd. 10 Prozent für 2022 aus. Das sind 30 Mrd. kWh weniger Atomstrom im laufenden Jahr.

Die Spannweite der erwarteten französischen AKW-Stromerzeugung wird danach durch EDF von 330-360 Mrd. kWh auf nur noch 300-330 Mrd. kWh reduziert. Das führt weiterhin vor allem im Winterhalbjahr zu mehr Stromimporten aus den Nachbarländern und zu insgesamt höheren Tagesstrompreisen auf Grund der Ersatzbeschaffung.

Im Januar 2022 mussten im Marktgebiet Frankreich im Durchschnitt 21,1 ct/kWh gezahlt werden, fast so viel wie in der Schweiz (21,9 ct/kWh). Deutschland liegt mit 16,8 ct/kWh deutlich darunter. Selbst die Börsenstrompreise in Österreich und den Niederlanden mit jeweils (18,9 ct/kWh) lagen deutlich über dem deutschen Preisniveau.


© IWR, 2022


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11.02.2022

 



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