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Pressemitteilung Nordex SE

Speicherregelkraftwerk am Windpark Curslack eingeweiht

- Norddeutsche Energiewende macht Fortschritte

Hamburg (iwr-pressedienst) - Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Stadt Hamburg, hat heute das Speicherregelkraftwerk am Windpark Curslack in Hamburg-Bergedorf offiziell in Betrieb genommen. Kernstück der Anlage ist die Verbindung der fünf Windenergieanlagen des Windparks mit einem neuen Batteriespeicher, der direkt an das Windparknetz angeschlossen ist. Der von Vattenfall gemeinsam mit dem Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) und der Nordex Group erbaute Speicher aus Lithium-Ionen-Akkus kann Strom aus dem benachbarten Windpark des CC4E aufnehmen und damit die Effizienz des Windparks erhöhen.

Mit diesem Speicherregelkraftwerk, das als Teil des Großprojektes NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende errichtet wurde, sollen Möglichkeiten zur Systemintegration erneuerbarer Energien praxisnah erforscht werden. Durch die Kopplung von Windpark und Batteriespeicher soll die Stromlieferung aus dem Windpark optimiert und an den Bedarf der Kunden angepasst werden. Dadurch sollen Abschaltungen von Windenergieanlagen bei Netzüberlastung so weit wie möglich vermieden werden.

Darüber hinaus wollen Vattenfall, Nordex und das CC4E gemeinsam Modelle für innovative Systemdienstleistungen konzipieren. So sollen Regelalgorithmen und Regelparameter z.B. für lokale Blindleistungserbringung oder die Erbringung von so genannter Momentanreserve entwickelt und getestet werden, damit zukünftig erneuerbare Energien gemeinsam mit Batteriespeichern diese Leistungen marktbasiert erbringen können.

Das Speicherregelkraftwerk besteht aus 24 Batterien der neuesten BMW-Technologie. Solche Batterien werden auch in Elektrofahrzeugen verwendet. Der Batteriespeicher verfügt über eine Leistung von 720 kW und eine Speicherkapazität von 792 Kilowattstunden (kWh).

Senator Westhagemann: „Die heutige Einweihung bestätigt die Innovationsfähigkeit und Kreativität unserer Region und den absoluten Willen, die Energiewende umzusetzen. Damit schaffen wir für Hamburg und Schleswig-Holstein eine Perspektive, die nicht nur mit der Umwelt und dem Klimaschutz zu tun hat, sondern gleichzeitig auch ein Innovationsmotor für unsere Wirtschaft ist: mit ganz neuen Ansätzen für Erzeugung, Transport und Speicherung von Energie.“

„Wir leisten mit dieser Anlage einen Beitrag zur Entlastung der Stromnetze in Norddeutschland und bringen eine Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe einen Schritt voran. Auf Basis der Erkenntnisse aus diesem Projekt können wir intelligente Speicherlösungen an Windparks weiterentwickeln mit dem Ziel, die Energie aus Windparks auch unter zukünftigen Rahmenbedingungen optimal zu vermarkten“, erklärt Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Innovation GmbH und Mitglied der NEW 4.0-Projektsteuerungsgruppe.

„Im Projekt NEW 4.0 geht es darum, die norddeutschen Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein im Jahr 2035 komplett auf grünen Strom umzustellen. Als einziger beteiligter Hersteller von Windkraftanlagen hat die Nordex Group hier die Chance, praxisnah den Blick auf die Netzanforderungen der Zukunft zu erhalten sowie unser Know-how und die Produkteigenschaften unserer Turbinen in die Entwicklung mit einzubringen. Beim Schlagwort ´Speicher´ wird klar, dass unser übergeordnetes Thema die Versorgungssicherheit ist. Das Speicherregelkraftwerk Curslack ist die Blaupause, um flexibel auf verschiedenste Kundenanforderungen hinsichtlich der Integration von Speichern in Windparkprojekte reagieren zu können und liefert dabei gleich den Praxisbeweis“, so Dr. Ilya Hartmann, CEO Division Europe der Nordex Group.

„Das Speicherregelkraftwerk ist einer von 25 Demonstratoren im Projekt NEW 4.0, mit denen wir innovative Lösungen für das Energiesystem der Zukunft unter Realbedingungen erproben wollen. Zukünftig müssen Windkraftanlagen als Erzeuger flexibler und intelligenter auf die Anforderungen für ein stabiles System reagieren und auch sehr kurzfristige Schwankungen ausgleichen. So können sie die Systemaufgaben konventioneller Kraftwerke übernehmen. Die Integration eines Batteriespeichers im eigenen Windpark und der Verbund mit dem benachbarten Energie-Campus des CC4E bieten eine einzigartige Konstellation für unsere Forschungsvorhaben zum Energiesystem der Zukunft“, resümiert Prof. Dr. Werner Beba, Leiter CC4E sowie Projektkoordinator NEW 4.0.

Im Verbundprojekt NEW 4.0 arbeiten seit Ende 2016 mehr als 60 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Gemeinsam legen sie den Entwicklungspfad zu dem Ziel, Schleswig-Holstein und Hamburg als Gesamtregion bis 2035 zu 100 Prozent mit regenerativem Strom zu versorgen – versorgungssicher, kostengünstig, gesellschaftlich akzeptiert und mit wesentlichen CO2-Einsparungen. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Ziel von SINTEG ist es, in großflächigen „Schaufensterregionen“ skalierbare Musterlösungen für eine umweltfreundliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien zu entwickeln und zu demonstrieren. Im Zentrum stehen dabei die intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch sowie der Einsatz innovativer Netztechnologien und Betriebskonzepte. Die gefundenen Lösungen sollen als Modell für eine breite Umsetzung dienen.


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Hamburg, den 09. November 2018


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