AKW-Bau mit Staatssubventionen: Schwedisches Parlament verabschiedet Gesetz zum Bau von Kernkraftwerken - Umsetzung ungewiss
Stockholm - Das schwedische Parlament hat am 21.05.2025 ein Gesetz verabschiedet, das den Bau neuer Kernkraftwerke ermöglichen soll. Ziel ist es, neue Atomkraftwerke mit einer Leistung von bis zu 5.000 MW (5 GW) zu errichten, die Hälfte soll bis 2035 in Betrieb gehen.
Weil Atomkraftwerke ohne staatliche Subventionen und Garantien nicht gebaut werden können, sieht das schwedische Gesetz staatliche Darlehen und ein CfD-Modell (Contract for Difference) für den Atomstrom vor. Dabei erhält der AKW-Betreiber einenn staatlich garantierten Mindestpreis für den Atomstrom, der über die Stromsteuer finanziert werden soll.
Allerdings ist die Umsetzung der AKW-Baupläne in Schweden mehr als ungewiss. Die Oppositionsparteien haben geschlossen gegen das Gesetz gestimmt und im nächsten Jahr (2026) stehen erneut Parlamentswahlen an. Auch der staatliche Energieversorger Vattenfall will nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters eine Investitionsentscheidung frühestens gegen Ende des Jahrzehnts treffen.
Von den insgesamt 13 schwedischen Atomkraftwerken sind bereits sieben Kernkraftwerke endgültig abgeschaltet und stillgelegt worden. Sechs noch in Betrieb befindlichen AKW mit einer Bruttoleistung von rd. 7,3 GW (7.300 MW) sind zwischen 1980 und 1985 ans Netz gegangen und haben damit bereits eine Betriebszeit von 40 und mehr Jahren absolviert.
Neue Atomkraftwerke in Schweden könnten wegen des hohen Alters der aktuellen Atomflotte lediglich für Ersatz sorgen. Rechnet man die langen Bauzeiten von 10 - 15 Jahren ein, so ist frühestens im Jahr 2040 mit einem Neubau zu rechnen.
© IWR, 2026
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