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Börse und RENIXX World: Rüstungs-Aktien und grüne Aktien profitieren vom Ukraine-Krieg

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Münster - Der russische Einmarsch in die Ukraine hat an den Börsen für Kursverluste beim Dax und anderen Kursindizes gesorgt, mit Ausnahme von zwei Branchen. Kursgewinne gab es bei Rüstungsfirmen und Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien.

Nach der Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz am Sonntag, einmalig 100 Milliarden Euro in die Bundeswehr zu stecken, beschert dies den Rüstungsaktien am heutigen Montag (28.02.2022) Kurssprünge. So legte in Deutschland etwa die Aktie der Rheinmetall AG zu Handelsbeginn um mehr als 50 Prozent zu, der Kurs von Hensoldt verdoppelte sich zu zunächst. Beide Aktien gaben im Laufe des Tages wieder nach, die Kursgewinne sind dennoch erheblich.

Der globale Aktienindex für erneuerbare Energien, der RENIXX World (Renewable Energy Industrial Index) legt bereit den dritten Tag in Folge kräftig zu. Allein heute belaufen sich die RENIXX-Kursgewinne auf über 6 Prozent. Investoren setzen darauf, dass die Abhängigkeit von fossilen Energien aus Russland deutlich reduziert wird und der Ausbau erneuerbarer Energien schneller vorangeht. FDP-Chef Christian Lindner hatte im Bundestag gesagt: "Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien". An der RENIXX-Spitze stehen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien sowie Aktien von Windkraftanlagen-Herstellern wie Vestas, Nordex oder Siemens Gamesa. Auch Ökostrom-Erzeuger wie Encavis können fast zweistellige Kursgewinne einfahren.

Unterdessen beenden westliche Energieunternehmen die Zusammenarbeit mit russischen Firmen. So hat BP angekündigt, die Beteiligung an der russischen Rosneft aufzulösen und sich auch aus anderen Joint-Ventures zurückziehen. Auch der norwegische Energiekonzern Equinor hat beschlossen, neue Investitionen in Russland zu stoppen und mit dem Ausstieg aus den russischen Joint Ventures von Equinor zu beginnen. Bei Equinor läuft die Transformation zu erneuerbaren Energien bereits u.a. über eine Beteiligung an dem norwegischen Ökostrom-Produzenten Scatec.

Auch der norwegische Staatsfonds will russischen Vermögenswerte im Wert von über 3 Milliarden US-Dollar verkaufen. Das geht aus einer Erklärung der norwegischen Regierung hervor.

In Moskau blieb die Börse heute geschlossen. Der RTS-Aktienindex hat sich seit Oktober 2021 halbiert. Die russische Zentralbank hat heute den Leitzins auf 20 Prozent erhöht. Mit der Zinserhöhung will die Zentralbank gegen den Rubelverfall ankämpfen.

© IWR, 2026

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