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Studie: Hohe Zusatzkosten bei Aufteilung des deutschen Strommarktes

Berlin / Leipzig / Paris – Im Zusammenhang mit den Problemen beim Stromnetz-Ausbau in Deutschland ist auch über eine Aufteilung des deutschen Strommarktes diskutiert worden. Danach sollte das für die Strombörse maßgebliche Marktgebiet in eine süddeutsche und eine norddeutsche Sektion aufgeteilt werden, wenn der Netzausbau nicht vorankommt. Nun hat die Strombörse selbst analysieren lassen, was eine solche Teilung wirtschaftlich bedeuten würde.

Die EEX und EPEX Spot haben gemeinsam eine ökonomische Effizienzanalyse durch die Einführung kleinerer Gebotszonen bei der Consentec GmbH, einem Aachener Beratungsunternehmen für Energiepolitik, in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen nun vor. Eine mögliche Aufteilung der deutsch-österreichischen Gebotszone im Stromgroßhandel würde demnach die Gesamtkosten für die Stromversorgung Jahr für Jahr um jeweils bis zu 100 Millionen Euro steigen lassen.

Redispatch wird billiger – Übertragung zwischen den Zonen teuer
Die Studie vergleicht die wirtschaftlichen Kosten und den Nutzen einer Aufteilung des deutsch-österreichischen Strommarkts in zwei Gebotszonen. Im Fokus steht dabei eine norddeutsche und eine süddeutsche Stromsektor, wobei der süddeutsche Sektor auch Österreich umfassen würde. Bei einer solchen Aufteilung liegt ein Zielkonflikt vor. Wird die Gebotszone aufgeteilt, können Kosten für eine Veränderung der gemeldeten Kraftwerksfahrpläne (Redispatch) in einigen Fällen gesenkt werden. Gleichzeitig entstehen laufend wirtschaftliche Verluste durch Ungewissheiten bei der Bestimmung der gesamten Übertragungskapazität zwischen den kleineren Zonen. Denn die Übertragungskapazität müsste bei einer Aufteilung der Marktgebiete limitiert werden. Das erhöht die Kosten der Stromerzeugung, weil durch die Limitierung nicht mehr stets die billigsten Kraftwerke im Markt zum Zuge kommen.

Consentec: Integration statt Aufteilung des Strommarktes
In der Studie werden diese beiden Kostenfaktoren gegeneinander aufgewogen. Es zeigt sich demnach, dass eine Aufteilung der deutsch-österreichischen Gebotszone die Gesamtkosten für die Stromversorgung um bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr steigen lassen würde. Darüber hinaus würden durch eine rückgängige Liquidität sowie höhere Transaktionskosten weitere Ineffizienzen entstehen.

„Die Ergebnisse unserer Analyse warnen deutlich vor einer Aufteilung großer, liquider Gebotszonen. Dies gilt insbesondere für den bereits integrierten und bewährten deutsch-österreichischen Strommarkt, der durch seine hohe Liquidität den Referenzpreis für Europa setzt“, sagt Dr. Christoph Maurer, Geschäftsführer von Consentec. „Statt der Aufteilung von Gebotszonen sollten Märkte weiter integriert werden. Dafür ist der Netzausbau die einzige gangbare Lösung.“

© IWR, 2015

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24.02.2015

 



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