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Windenergie-Branche in Schleswig-Holstein sieht Sparpotenziale im Logistikbereich

Brunsbüttel – Die Windkraftbranche in Schleswig-Holstein erwartet durch die regulatorische Umstellung auf ein Ausschreibungssystem ab 2017 einen zusätzlichen Kostendruck auf alle Teile der Windenergie-Wertschöpfungskette. Experten gehen davon aus, dass der Windstrom um bis zu einem Cent pro Kilowattstunde billiger werden könnte, wenn man die Logistiksysteme von Windparks umfassend verbessert.

Wie die Logistik von immer größer werdenden Komponenten und Windparks realisiert und dabei Kosten gesenkt werden können, diskutierten die Mitglieder des windcomm schleswig-holstein e. V. auf dem Gelände der Firma F. A. Kruse jun. Internationale Spedition im Brunsbüttel Chemcoast-Park. Anlass war der 5. Stammtisch des Branchenclusters.

Brunsbüttel ertüchtigt schwerlastfähige Lager- und Umschlagfläche
Ab 2017 wird im Rahmen von Ausschreibungen festgelegt, wie hoch die Vergütung für den Windstrom ist. Damit steigt der Kostendruck auf alle Teile der Wertschöpfungskette und somit auch auf die Logistik, teilte die windcomm mit. „Bis zu einem Cent pro Kilowattstunde Strom können wir einsparen, wenn wir die Logistiksysteme von Windparks über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Beschaffungs- über die Produktions- bis zur Ersatzeillogistik verbessern“, ist Roger Heidmann, Geschäftsführer der Logistik Service Agentur (LSA) GmbH, überzeugt. „Dazu müssten Standorte ihre Funktionen noch stärker räumlich bündeln und insbesondere für den Umschlag und Transport von Großkomponenten schwerlastfähige und wassernahe Industrieflächen vorhalten, wo viele Arbeitsschritte auf kurzem Wege konzentriert werden können.“ Ein solches Konzept verfolgt die Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel (egeb) GmbH bei der Vermarktung des Standortes Brunsbüttel. Der Elbehafen wurde kürzlich mit einer schwerlastfähigen Lager- und Umschlagfläche ausgestattet. „Mit der erfolgreichen Planung eines neuen Multi-Funktionshafens könnten wir unser Angebot für die Windbranche zukünftig noch erweitern“, erklärte Roy Kühnast von der egeb.

Windbranche lagert Logistikdienstleitungen zunehmend aus
Ein weiterer Trend in der Windbranche ist die Auslagerung von Logistikdienstleitungen an spezialisierte Unternehmen. Derzeit entsteht in Brunsbüttel für den Windkraftanlagenhersteller Senvion eine komplett neue Logistikanlage mit 10.000 m² Hallen- und rund 13.000 m² Freifläche auf dem Gelände der Firma F. A. Kruse. Bereits seit Februar 2015 übernimmt Kruse hier im ersten Bauabschnitt die Versorgung aller Onshore-Servicestützpunkte des Herstellers mit Ersatzteilen und Wartungsmaterialien und versorgt alle Baustellen an Land. „Wir werden auch bei der Lagerhaltung und dem Ersatzteilmanagement in der Zukunft ganz neue Konzepte ähnlich der Automobilbranche im Windbereich sehen. Die Entwicklung von automatisierten Systemen hat hier erst begonnen und bietet zusätzliche Chancen, Kosten zu senken und eine Logistikwende zu realisieren“, berichtet Harald Ertel, Leiter Spedition und Logistik bei der Firma F. A. Kruse.

Logistikwende für die Energiewende
Wie derartige Konzepte aussehen können, schauten sich die Teilnehmer der Veranstaltung bei einer Begehung der neuen Hallen und des dortigen Hochregallagers in der Praxis an. Die vor Ort optimierten Logistikprozesse helfen, Ressourcen effizienter einzusetzen und die Windenergiebranche insgesamt ihrem Ziel näherzubringen, mit einer Logistikwende die Energiewende voranzutreiben.

© IWR, 2015

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