DWV fordert Wasserstoff-Mindestanteil bei geplanter Grüngasquote
Berlin – Die Bundesregierung will das Gebäudeenergiegesetz (GEG) überarbeiten und künftig als Gebäudemodernisierungsgesetz (GmodG) fortführen. Im Zuge der Reform wird auch die Einführung einer Grüngasquote diskutiert. Neben Biomethan könnte dabei auch grüner oder kohlenstoffarmer Wasserstoff auf die Quote angerechnet werden. Der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV) fordert nun eine verbindliche Teilquote für Wasserstoff innerhalb einer möglichen Grüngasquote, um den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft gezielt zu unterstützen.
Nach Auffassung des Verbands würde eine technologieoffene Grüngasquote ohne einen festen Wasserstoffanteil vor allem den Einsatz von Biomethan in bestehenden Erdgasnetzen begünstigen. Damit ließe sich die Quote zwar erfüllen, ohne jedoch ausreichende Investitionen in Elektrolyseure, Wasserstoffimporte, Speicher und Wasserstoffnetze auszulösen. Der DWV fordert deshalb eine sogenannte Wasserstoff-Unterquote für erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff.
DWV sieht Wasserstoffhochlauf ohne Teilquote gefährdet
Der Verband begrüßt grundsätzlich die geplante Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes und die stärkere Orientierung an regionalen Gegebenheiten. Auch ein verlässliches Nachfrageinstrument für erneuerbare und kohlenstoffarme Gase wird vom DWV unterstützt. Entscheidend sei jedoch die konkrete Ausgestaltung der Grüngasquote.
Nach Ansicht des Verbands könnte eine rein technologieoffene Quote dazu führen, dass die Anforderungen überwiegend durch Biomethan erfüllt werden. Dadurch würden bestehende Erdgasstrukturen gestärkt, während Investitionen in Elektrolyseure, Wasserstoffspeicher, Importinfrastrukturen und Wasserstoffnetze hinter den Erwartungen zurückbleiben könnten.
„Wo Grüngasquote draufsteht, muss auch Wasserstoffhochlauf drin sein. Ohne verbindliche Wasserstoff-Unterquote besteht die Gefahr, dass wir vor allem die Nutzung bestehender Erdgasstrukturen verlängern. Das wäre für den Aufbau eines Wasserstoffmarktes zu wenig“, erklärt Andreas Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wasserstoff-Verbands (DWV).
Grüngasquote soll Infrastrukturumbau unterstützen
Der DWV fordert, die Grüngasquote eng mit der kommunalen Wärmeplanung und der Transformation der Gasnetze zu verzahnen. Vor Ort müsse entschieden werden, wo langfristig Wasserstoff benötigt wird, welche Leitungen auf Wasserstoff umgestellt werden können und wo Fernwärme oder elektrische Lösungen wirtschaftlicher sind.
Eine pauschale Verpflichtung zur Nutzung von Biomethan dürfe nicht dazu führen, bestehende Erdgasverteilnetze ohne langfristige Perspektive künstlich zu verlängern. Der Verband warnt davor, mehrere Infrastrukturen dauerhaft parallel finanzieren zu müssen, obwohl langfristig weder ausreichend Bedarf noch genügend Kunden vorhanden seien.
Um regionale Infrastrukturentscheidungen nicht durch starre physische Lieferpflichten zu verzerren, spricht sich der DWV für ein bilanzielles Book-&-Claim-System aus. Dadurch könnten die grünen Eigenschaften von Gasen gehandelt werden, ohne dass eine physische Lieferung in jedes einzelne Netzgebiet erforderlich wäre.
Über den DWV
Der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV) vertritt die Interessen von Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Der Verband engagiert sich seit rund 30 Jahren für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und zählt nach eigenen Angaben mehr als 130 Institutionen und Unternehmen sowie über 350 Einzelpersonen zu seinem Netzwerk.
Zu den Schwerpunkten gehören die politische Interessenvertretung, die Förderung des Markthochlaufs von Wasserstofftechnologien sowie die Mitgestaltung regulatorischer Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene.
© IWR, 2026
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