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China lehnt Russlands Preisvorstellungen für Gaslieferungen ab – Power of Siberia 2 in der Sackgasse

© Shutterstock© ShutterstockPeking/Moskau – Russland möchte die Gaslieferungen nach China ausbauen, doch das geplante Pipelineprojekt Power of Siberia 2 zwischen Russland und China steckt nach einem Bericht des Wall Street Journal weiter in einer Sackgasse.

Für Russland gilt das Projekt als Schlüssel, um einen Teil der nach dem Einbruch der Gasexporte nach Europa verlorenen Absatzmengen künftig nach China umzuleiten. China nutzt jedoch seine starke Verhandlungsposition und drängt auf deutlich günstigere Lieferkonditionen, während Russland seine Gasexporte nur zu marktgerechten Preisen verkaufen will.

Power of Siberia 2: China lässt Russland weiter warten
Nach Informationen des Wall Street Journal machten chinesische Vertreter bereits vor dem jüngsten Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Peking deutlich, dass ein Abkommen über Power of Siberia 2 nur bei deutlich verbesserten Konditionen für China infrage komme. Die russische Delegation sei gebeten worden, das Thema bis auf Weiteres nicht erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Hintergrund ist der anhaltende Streit über den künftigen Gaspreis.

Offiziell haben weder Moskau noch Peking die Gespräche für beendet erklärt. Der Kreml betont vielmehr, dass die Verhandlungen auf Unternehmensebene fortgesetzt werden. Ein konkreter Zeitplan für eine Einigung oder einen Baubeginn liegt jedoch weiterhin nicht vor.

Preisstreit zeigt: Russland bietet auch China keinen "Freundschaftspreis"
Nach Angaben von Reuters strebt Russland für Power of Siberia 2 eine marktbasierte Preisformel an, die sich in ihrer Methodik an den früheren langfristigen Lieferverträgen mit Europa orientiert. China verlangt dagegen nach Informationen des Wall Street Journal einen Gaspreis auf dem Niveau des russischen Binnenmarktes und damit deutlich unter dem von Russland angestrebten Exportpreis.

Die Verhandlungen zeigen zugleich, dass Russland selbst gegenüber seinem wichtigsten potenziellen neuen Großkunden keinen politisch motivierten Sonderpreis anbietet. Zwar könnte russisches Pipelinegas aufgrund geringerer Transportkosten günstiger sein als importiertes LNG. Die von Moskau angestrebte Preisformel orientiert sich jedoch an internationalen Marktpreisen und nicht an einem staatlich festgelegten „Freundschaftspreis“.

Die häufig geäußerte Erwartung, Deutschland könne bei einer Wiederaufnahme russischer Pipelinegasimporte automatisch dauerhaft besonders günstiges Gas beziehen, findet in den aktuellen Verhandlungen daher keine Bestätigung.

Power of Siberia 2 ist Gazproms wichtigstes Pipelineprojekt
Die geplante Gaspipeline soll jährlich bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus den Jamal-Gasfeldern in Westsibirien über die Mongolei nach China transportieren. Damit würde sie nahezu die Kapazität der ehemaligen Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 mit 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr erreichen.

Anders als die bereits bestehende Power of Siberia 1, die Gasfelder im Osten Sibiriens erschließt, würde Power of Siberia 2 erstmals die westsibirischen Jamal-Lagerstätten anbinden, deren Erdgas jahrzehntelang überwiegend über Pipelines nach Europa exportiert wurde.

Trotz dieser Größenordnung könnte die neue Leitung den Verlust des europäischen Absatzmarktes jedoch nur teilweise kompensieren. Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine exportierte Russland jährlich rund 155 Milliarden Kubikmeter Erdgas in die Europäische Union. Selbst bei voller Auslastung könnte Power of Siberia 2 damit lediglich rund ein Drittel dieser früheren Liefermengen ersetzen. Gerade deshalb besitzt das Projekt für Gazprom und den Kreml eine herausragende strategische Bedeutung.

© IWR, 2026


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15.07.2026

 



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