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Deutschlands größter Offshore-Windpark He Dreiht mit 960 MW eingeweiht

© Rolf Otzipka© Rolf OtzipkaKarlsruhe/Hamburg - EnBW und die weiteren Anteilseigner haben den Offshore-Windpark He Dreiht im Beisein von Bundesumweltminister Carsten Schneider in der deutschen Nordsee eingeweiht. Mit 64 Windkraftanlagen und einer installierten Leistung von 960 MW ist He Dreiht der derzeit größte Offshore-Windpark Deutschlands. Der Windpark ist vollständig errichtet und soll in den kommenden Monaten schrittweise vollständig in Betrieb gehen.

He Dreiht markiert zugleich den nächsten Leistungssprung bei der Offshore-Windenergie in Deutschland. Erstmals kommen in einem kommerziellen Offshore-Windpark Turbinen mit einer Leistung von 15 MW von Vestas (V236-15.0 MW) zum Einsatz. Deutschland will die installierte Offshore-Windleistung bis 2030 auf mindestens 30 GW erhöhen. Größere und leistungsstärkere Windkraftanlagen ermöglichen dabei höhere Windparkleistungen bei einer geringeren Zahl einzelner Turbinen.

He Dreiht: Nur 64 Offshore-Windkraftanlagen mit jeweils 15 MW Leistung
He Dreiht liegt rund 85 km nordwestlich von Borkum und 110 km westlich von Helgoland. EnBW erhielt bereits 2017 in der ersten deutschen Offshore-Ausschreibung den Zuschlag für das Projekt. Die Besonderheit: Der Zuschlag erfolgte außerhalb des EEG-Regimes.

Baustart auf See war im Mai 2024. Im April 2025 wurde bereits die erste der 64 Vestas-Windkraftanlagen installiert, Ende November 2025 speiste die erste Turbine Strom ins Netz ein. Seitdem erfolgt die technische und elektrische Inbetriebnahme schrittweise. Inzwischen sind alle 64 Anlagen mit jeweils 15 MW Leistung errichtet. Rechnerisch kann He Dreiht mit seiner Gesamtleistung von 960 MW den jährlichen Strombedarf von rund 1,1 Millionen Haushalten decken.

„He Dreiht ist die größte Einzelinvestition der EnBW im Bereich der Erneuerbaren“, sagte EnBW-Vorstandsvorsitzender Dr. Georg Stamatelopoulos anlässlich der Einweihung. Bundesumweltminister Carsten Schneider verwies auf das wirtschaftliche Potenzial der Offshore-Windenergie für die Küstenregionen und den Wirtschaftsstandort Deutschland.

2,4 Mrd. Euro Investition - langfristige Stromverträge statt EEG
In He Dreiht wurden rund 2,4 Mrd. Euro investiert. EnBW hält über eine Projektgesellschaft 50,1 Prozent der Anteile. Die übrigen 49,9 Prozent liegen bei einem Konsortium aus Allianz Global Investors im Namen von Allianz-Gesellschaften, AIP Management und Norges Bank Investment Management.

Die Vermarktung des Stroms erfolgt über langfristige Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA). Vertragspartner sind unter anderem Evonik, Google, die Telekom-Tochter PASM, Fraport, Bosch, Salzgitter, SHS Stahl-Holding Saar, Deutsche Bahn und DHL Group. Der Großteil der künftigen Stromproduktion ist nach Angaben von EnBW bereits über solche langfristigen Verträge abgesichert.

Die Verträge sichern teilweise erhebliche Strommengen über lange Laufzeiten. Evonik hat sich beispielsweise insgesamt 150 MW Leistung aus He Dreiht gesichert. Die Deutsche-Telekom-Tochter PASM nimmt über einen Zeitraum von 15 Jahren Strom aus rund 100 MW Windparkleistung ab. DHL Group hat für zehn Jahre jährlich rund 80 GWh vereinbart.

Ausblick: EnBW plant mit Dreekant und Morven nächste Offshore-Großprojekte
Mit He Dreiht erweitert EnBW sein Offshore-Portfolio deutlich. Die installierte Leistung des gesamten Erneuerbaren-Portfolios des Konzerns liegt nach Unternehmensangaben inzwischen bei rund 8 GW und hat sich damit gegenüber 2018 mehr als verdoppelt.

Die nächsten Offshore-Großprojekte befinden sich bereits in der Entwicklung. In der deutschen Nordsee plant EnBW den Windpark Dreekant mit rund 1 GW Leistung. Hinzu kommt das Offshore-Projekt Morven in Schottland mit einer geplanten Leistung von 2,9 GW. Bis 2030 sollen rund 80 Prozent des EnBW-Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien bestehen.

© IWR, 2026


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18.09.2026

 



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