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Nordex verdoppelt Umsatz im ersten Halbjahr - Ergebnis durch COVID-19 stark belastet

© Nordex© NordexHamburg - Die Nordex Gruppe hat die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2020 vorgelegt. Zwar kann der Hamburger RENIXX-Konzern beim Umsatz kräftig zulegen, rutscht aber beim Ergebnis deutlich in die Verlustzone. Nordex begründet den Ergebnisrückgang mit der COVID 19-Pandemie. Der Aktienkurs fällt.

Der Windturbinen-Hersteller Nordex hat im ersten Halbjahr 2020 den Umsatz auf rd. 2 Milliarden Euro (Mrd. Euro) gesteigert, verzeichnet nach einem Plus im Vorjahreszeitraum allerdings beim Ergebnis einen deutlichen Einbruch. Trotz der Auswirkungen in Q 2 2020 durch die COVID-19 Pandemie ist Nordex insgesamt gut aufgestellt. Der Konsortialkredit aus dem Corona-Bürgschaftsprogramm des Bundes sichert gegen Folgen von COVID-19 ab, so Nordex. Hinzu kommen noch die erwarteten Erlöse aus dem Verkauf des europäischen Projektentwicklungsportfolios an RWE.

Umsatzverdoppelung auf 2,0 Mrd. Euro in H1 2020 - EBITDA bei minus 70,8 Mio. Euro
Die Nordex Group hat ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2020 (H2 2020) verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 2,0 Mrd. Euro (H1 2019: 990,8 Mio. Euro) verdoppelt. Grund für den Anstieg ist nach Angaben von Nordex vor allem die in H1 2020 deutliche höhere Leistung der installierten Windenergieanlagen. Das Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (EBITDA) ist mit minus 70,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2020 deutlich ins Minus gerutscht (H1 2029: 17,1 Mio. Euro). Damit ergibt sich für das erste Halbjahr 2020 eine EBITDA-Marge von -3,5 Prozent (H1 2019: 1,7 Prozent). Als Ursache für den Verlust im ersten Halbjahr führt Nordex die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie an, die sich in Q2 2020 deutlich im operativen Geschäft bemerkbar gemacht haben.

Kredit aus Bürgschaftsprogramm sichert gegen Auswirkungen von COVID-19 ab
Mit der durch den Bund und die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gewährten Bürgschaft erhielt die Nordex Group eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 350 Mio. Euro. Damit sieht sich Nordex gegen die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das operative Geschäft und verbleibende Unsicherheiten gut absichert. In diesem Zusammenhang hat die Nordex Group auch bereits die Refinanzierung des Schuldscheindarlehens im April 2021 verbindlich gesichert. Zusammen mit der im April 2020 um drei Jahre verlängerten Garantiekreditlinie über 1,2 Mrd. Euro verfüge das Unternehmen mittelfristig über eine starke Finanzstruktur, so Nordex. Ende Juli hatte die Nordex Group darüber hinaus den Verkauf ihres europäischen Projektentwicklungsportfolios an RWE vereinbart. Die bei Vollzug der Transaktion erwarteten Erlöse (vor Steuern und Gebühren) von rund 402,5 Mio. Euro stärken die Bilanz und unterstützen den Wachstumskurs des Unternehmens.

„Obwohl sich mittlerweile Prozesse wieder normalisiert oder neu eingespielt hätten, bleibt die Pandemie als Belastung und Unsicherheitsfaktor bestehen“, so der Nordex-Vorstandsvorsitzende (CEO) Nordex José Luis Blanco. Die neue durch das Corona-Bürgschaftsprogramm unterstützte Kreditlinie sichere das Unternehmen gegen die Auswirkungen auf das operative Geschäft und verbleibende Unsicherheiten durch die Covid-19-Pandemie gut ab. „Daher sind wir zuversichtlich, dass Nordex den Wachstumskurs auch unter diesen Umständen fortsetzen kann“, gibt Blanco einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des Unternehmens.

Installationen steigen deutlich auf fast 2.300 MW - Auftragsbestand klettert weiter
Die Nordex Group schloss das erste Halbjahr 2020 im Segment Projekte (ohne Service) mit einem Auftragseingang von 2.531,9 MW (H1 2019: 3.038,4 MW) im Wert von etwa 1,81 Mrd. Euro ab. Zum Ende des ersten Halbjahrs verfügte Nordex insgesamt über einen Auftragsbestand von 8,1 Mrd. Euro (H1 2019: 7,6 Mrd. Euro). Davon entfielen auf das Segment Projekte 5,4 Mrd. Euro (H1 2019: 5,3 Mrd. Euro) und auf das Segment Service 2,7 Mrd. Euro (H1 2019 2,3 Mrd. Euro).

In den ersten sechs Monaten 2020 erhöhte das Unternehmen in der Turbinenmontage seine Produktion um 70 Prozent von 1.735 MW im Vorjahreshalbjahr auf 2.948 MW. Bei den Rotorblättern lag die Anzahl selbst hergestellter Rotorblätter mit 623 unter dem Vorjahr (H1 2019: 659 Stück). Darüber hinaus bezog die Nordex Group 1.215 Rotorblätter von externen Lieferanten. Das Unternehmen errichtete im ersten Halbjahr 2020 in 21 Ländern 662 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.287,1 MW (H1 2019: 778,1 MW).

Aktie geht nach Zahlen in die Knie
Nach den Meldungen über den Verkauf des europäischen Projektportfolios an RWE und die Zusage über den Kredit aus dem Corona-Bürgschaftsprogramm über 350 Mio. Euro hatte sich die Nordex-Aktie in den letzten Tagen deutlich bis auf einen Kurs von über 11 Euro erholen können. Heute gewinnen nach Veröffentlichung der Zahlen für das erste Halbjahr 2020 allerdings die Bären wieder die Oberhand. Aktuell notierte die Aktie von Nordex mit einem Minus von 8,33 Prozent bei einem Kurs von 10,35 Euro (13.08.2020, 14:15 Uhr, Börse Stuttgart).



© IWR, 2020


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13.08.2020

 



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