EU-Innovationsfonds: EU Kommission wählt 7 innovative Dekarbonisierungs-Großprojekte in Deutschland aus
Berlin - Die Europäische Kommission hat am 13. Juli 2023 beim dritten Förderaufruf im Rahmen des EU-Innovationsfonds neben dem HOPE-Projekt von Meyer Burger zur Errichtung von neuen Produktionskapazitäten zur Herstellung von PV-Modulen in Thalheim, Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) sechs weitere große innovative Dekarbonisierungsprojekte in Deutschland vorausgewählt.
Dabei handelt es sich um zwei Vorhaben zur CO2-Abscheidung in der Zement- und Kalkindustrie, einen 157 MW Elektrolyseur und eine Elektrolyseurproduktion, eine Anlage zur Herstellung von innovativen PEM-Stacks sowie eine elektrifizierte Pilotanlage zum Kunststoffrecycling.
Die Vorhaben wurden unter anderem aufgrund ihres hohen Innovationsgrades und ihres substantiellen Beitrags zur Vermeidung von THG-Emissionen von einem Expertengremium ausgesucht. Insgesamt wurden in dem Vorauswahlverfahren 41 Projekte aus 15 EU Ländern aus allen Industriebereichen mit einem Fördervolumen von rund 3,6 Mrd. Euro bestimmt.
„Ich freue mich besonders, dass wichtige Vorhaben in Deutschland, die wir auch unterstützt haben, bei der Vorauswahl berücksichtigt worden sind. Die Mittel der EU ergänzen damit hervorragend unsere eigenen Anstrengungen, die Industrie auf dem Weg zur Klimaneutralität zu fördern“, zeigte sich Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck mit dem Ergebnis zufrieden.
Der EU-Innovationsfonds ist eines der weltweit größten Finanzierungsprogramme für die kommerzielle Demonstration innovativer CO2-armer Technologien, mit dessen Hilfe industrielle Lösungen zur Dekarbonisierung Europas auf den Markt gebracht und der Übergang Europas zur Klimaneutralität unterstützt werden sollen. In einem jährlichen Auswahlverfahren werden großvolumige Vorhaben aus den Kategorien generelle Dekarbonisierungsprojekte, Wasserstoff und Elektrolyseure, Herstellung von Schlüsselkomponenten und Ausrüstung und innovative Pilotvorhaben vorausgewählt.
Die nunmehr vorausgewählten Projekte decken über 30 verschiedene Minderungspfade ab und können über 10 Jahre Betriebszeit zur Reduzierung von 221 Mio. Tonnen CO2-Emissionen führen. Die Mitgliedstaaten haben die Gelegenheit, zu der Vorauswahl noch bis zum 7. September Stellung zu nehmen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt die Bewerbung deutscher Vorhaben und hat eine nationale Kontaktstelle zum EU-Innovationsfonds eingerichtet, die in den nächsten Monaten weiter ausgebaut werden soll. Der nächste Aufruf der Europäischen Kommission für großskalige Vorhaben über ein Volumen von 4 Mrd. Euro wird bis Ende 2023 erwartet.
© IWR, 2025
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